Keine Chance vor dem Landgericht - Das nächste Verfahren gegen den 20-jährigen ...
Notorischer Schläger muss jetzt in Haft

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
30.10.2014
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Für Hiebe, Tritte und Schläge hat der Amberger Landgerichtspräsident Dr. Wolfgang Schmalzbauer keinerlei Verständnis. "Bei mir hätten Sie mehr gekriegt", machte er einem 20-Jährigen aus der Herzogstadt deutlich, der ungern für über zwei Jahre hinter Gitter wollte.

Die Geburtstagsfeier des jungen Mannes, angesetzt heuer im Januar, hatte schon einmal für mehrere Prozesstage gesorgt. Seinerzeit beim Jugendschöffengericht, vor dem alle damals anwesenden Gäste als Zeugen aussagen mussten. Fast zwei Dutzend Leute, die mit dabei waren, als der Gastgeber plötzlich völlig aus der Rolle fiel, mit Fäusten zuschlug und auch Tritte austeilte.

Sanitäter gerufen

Danach mussten Sanitäter kommen. Im Verlauf dieser Verhandlung war deutlich geworden: Der Angeklagte hatte zuvor schon Körperverletzungsdelikte begangen, er schien unbelehrbar.

Zum Schluss gab es zwei Jahre und drei Monate, abzusitzen in einer Jugendhaftanstalt. In ihre Entscheidung bezogen die Richter ein Urteil mit ein, das ebenfalls wegen eines rohen Gewaltdelikts ergangen war. Der 20-Jährige ging in Berufung, zog vor das Landgericht und wollte dort den Ablauf seiner Geburtstagsparty in Sulzbach-Rosenberg noch einmal im Detail erörtert haben.

Also lud der Kammervorsitzende Wolfgang Schmalzbauer alle Zeugen erneut, setzte zwei Prozesstage an und sagte zum Auftakt des Verfahrens seine Meinung. Sie lautete: "Die Zeugen haben damals fast alle das Gleiche ausgesagt." Und er fügte hinzu: "Bei mir hätten Sie mehr gekriegt."

Berufung zurückgezogen

Das zeigte Wirkung. Der 20-Jährige bekam Gelegenheit, sich mit seinem Verteidiger Helmut Miek zu besprechen. Dann zog er die Berufung zurück. Zuvor noch hatte der Anwalt über einen Anruf bei der Jugendgerichtsbehörde des Amtsgerichts erreicht, dass sein Mandant heuer nicht mehr "einrücken" muss.

Ob es bei den zwei Jahren und drei Monaten Haft bleibt, ist mit Fragezeichen zu versehen. Denn bei der Amberger Staatsanwaltschaft läuft erneut ein Verfahren gegen den 20-Jährigen. Der Vorwurf dabei: zugeschlagen, zugetreten. Eine vor wenigen Wochen angetretene Arbeitsstelle in Amberg ist er unterdessen schon wieder los. Sein Chef hat ihm gekündigt.
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