Keine Stadt-Land-Grenze

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
30.09.2015
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"Stadt und Land, Hand in Hand" - das war einer der Lieblingssprüche von SPD-Landrat Armin Nentwig. Der Satz hat sich eingeprägt bei den Sozialdemokraten. Die Fraktionen in Stadt und Landkreis wollen künftig enger zusammenarbeiten.

"Wir haben vereinbart, uns regelmäßig abzustimmen", erklärte die Vorsitzende der SPD-Fraktion im Amberger Stadtrat, Birgit Fruth, bei einem Pressegespräch, an dem auch der Chef der SPD-Kreistagsfraktion, Neukirchens Bürgermeister Winfried Franz, sowie Bezirksrat Richard Gaßner und Landtagsabgeordneter Reinhold Strobl teilnahmen. Die Themen, die Amberg berühren, seien längst auch für den Landkreis relevant. "Und umgekehrt ist es genauso."

"Nichts mehr gehört"

Beispiel Schienenverkehr: In Amberg gebe es nach wie vor zu wenig Park-and-Ride-Plätze. "Deswegen fahren viele Stadtbewohner mittlerweile nach Sulzbach-Rosenberg, um dort ihr Auto stehenzulassen, wenn sie mit dem Zug verreisen." Fruth erinnerte daran, dass das Thema Parkplätze in Bahnhofsnähe im Wahlkampf ein heißes Eisen gewesen sei. "Da hat die CSU etliche Ideen präsentiert. Gehört hat man davon nichts mehr", sagte sie. Der Neukirchener Rathauschef Franz ergänzte, dass viele Amberger sogar den Pendlerparkplatz in seiner Gemeinde nutzten, um mit dem Zug nach Nürnberg zu fahren. Franz lobte die parteiübergreifende Zusammenarbeit im Kreistag. Gemeinsam sei es gelungen, bei einigen Projekten Stadt und Landkreis zusammenzuspannen. Der Fraktionssprecher nannte als Beispiele die gemeinsame Öko-Modellregion, die Bildungsregion, das Seniorennetzwerk und die Kooperation der Volkshochschulen. Auch im Bereich der Leader-Förderung gebe es Synergie-Effekte zwischen Stadt und Land. Franz: "Wir müssen die Regionalentwicklung stärken." Ziel sei es, wie im benachbarten Landkreis Neumarkt eine gemeinsame Regionalentwicklungsgesellschaft zu schaffen.

Wohnheim in Neukirchen

Beim Thema Zugverkehr warb Landtagsabgeordneter Reinhold Strobl um einen gemeinsamen Kraftakt - nicht nur von Stadt und Land, sondern auch von SPD und CSU. Mit der vom Kreistag verabschiedeten Resolution, die den Ausbau der Linie von Nürnberg über Amberg, Schwandorf und Furth im Wald nach Prag fordert, sei eine Basis vorhanden, die von allen mitgetragen werden könne.

Auch die Flüchtlingsthematik schnitt Strobl an. Er lobte die Willkommenskultur in der Region, mahnte aber, die Ehrenamtlichen nicht zu überfordern. Staatliche Hilfe braucht unter anderem Neukirchen. Dort soll laut Bürgermeister Franz 2016 eine dauerhaftes Wohnheim für minderjährige Flüchtlinge entstehen. Das Thema stehe demnächst auf der Tagesordnung von Gemeinderat und Kreisausschuss.
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