Kinderkrankheiten-Generation

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
25.02.2015
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Masern, Mumps, Röteln und Windpocken: Lange Zeit herrschte die Meinung vor, dass man da in einem gewissen Alter durch müsse - Kinderkrankheiten eben. Doch so harmlos, wie man lange Zeit dachte, sind die Erkrankungen nicht.

In Berlin grassieren die Masern, ein kleiner Junge ist im Alter von eineinhalb Jahren daran gestorben. So harmlos, wie man lange Zeit dachte, ist diese Kinderkrankheit nicht. Dr. Roland Brey, Leiter des Amberger Gesundheitsamts, weiß, dass sehr viele Leute, die heute zwischen 40 und 50 Jahre alt sind, Masern, aber auch andere Kinderkrankheiten wie Röteln, Windpocken oder Mumps in ihren frühen Lebensjahren durchgemacht haben. "Das ist so richtig rumgegangen", erklärt er. "Es waren Kinderkrankheiten, die man durchmachen musste."

Bei vielen gut gegangen

Bei vielen Menschen sei es ja auch gut gegangen, "doch es gibt auch immer wieder schwere Verläufe mit Komplikationen." Hirnhautentzündung ist laut Brey eine der ernsthaften Komplikationen. "Masern können auch zum Tod führen", warnt Brey davor, diese Infektionskrankheit auf die allzu leichte Schulter zu nehmen. Die Wahrscheinlichkeit, an Masern zu sterben, liegt statistisch bei 1:1000. Brey bringt im Vergleich dazu eine andere Zahl: 1: 1 000 000. Damit meint er die Wahrscheinlichkeit, dass die Impfung zu Komplikationen führt. Auch wenn "Kinderkrankheiten" wie Masern oder Mumps hierzulande aus dem Blick geraten sind, "irgendwo auf der Welt gibt es sie immer". Durch Reisen und intensive Kontakte könnten sie eingeschleppt werden. Brey erinnert sich an einen Mumps-Ausbruch vor ein paar Jahren. "Das kam über Regensburg zu uns und weiter nach Nürnberg." Auch wenn Kinder heutzutage gut geimpft sind, gibt es eine Generation, bei der dies teilweise gar nicht erfolgte. Hauptsächlich seien dies nach 1970 geborene Menschen.

Blick ins Impfbuch

Deshalb rät er gerade diesen Jahrgängen, zu prüfen, wie es um ihren Impfschutz bestellt ist. Gegebenenfalls sollte man ihn wieder auffrischen, "gerade bei Masern, Wundstarrkrampf und Diphtherie". Vor einem Ausbruch der Masern "sind auch wir in Bayern nicht gefeit", macht Brey deutlich. In Amberg hat es in den 1990er Jahren einen Todesfall nach Masern-Erkrankung gegeben. Damals starb ein Kind an den Folgen dieser Infektionskrankheit.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.oberpfalznetz.de/masern
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