Kirche mit stillerem Klang

Weihbischof Reinhard Pappenberger stand dem Pontifikalgottesdienst zum Jubiläum 250 Jahre Klosterkirche St. Hedwig als Zelebrant vor. Links Kaplan Franz Becher, rechts Dekan Walter Hellauer. Bild: bba
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
19.10.2015
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Im Konzert der Kirchen in der Sulzbacher Pfarrei St. Marien schreibt Weihbischof Reinhard Pappenberger St. Hedwig einen stilleren Klang zu. Gehör findet er immer - und heuer ganz besonders.

(bba/lz) "250 Jahre Klosterkirche St. Hedwig sind ein Anlass, den es gilt, auch gebührend zu feiern", betonte Dekan Walter Hellauer zur Begrüßung. Den Pontifikalgottesdienst zum Patronat zelebrierte Weihbischof Reinhard Pappenberger.

Der Chor mit herausragenden Stimmen und die Instrumentalisten, die mit ihren Darbietungen ebenfalls überzeugten, sorgten für eine besondere Atmosphäre in einer besonderen Kirche. Nach einer Perikope aus dem Markus-Evangelium blickte der Weihbischof als Festprediger auf das Konzert der Kirchen in der Pfarrgemeinde. Er schaute auf die Wallfahrtskirche St. Anna ebenso wie auf die Stadtpfarrkirche St. Marien, die Spitalkirche und schließlich die Klosterkirche St. Hedwig, die einen stilleren Klang habe. Jeder Mensch, der dieses Gotteshaus betritt, habe sofort das große Hochaltarbild im Blick. Im Vordergrund kniet die Heilige Hedwig im tiefen Gebet vor dem Gekreuzigten versunken, der seinen rechten Arm vom Kreuzesbalken löst und damit die Betende segnet. Der Gekreuzigte habe sich dem Willen des Vaters untergeordnet, der nicht wolle, dass die Welt zugrunde geht, so der kirchliche Würdenträger: "Das ist ein Sieg des Menschgewordenen über all das, was den Menschen kaputt macht."

Die Welt erlebe heute eine Phase, in der dem Treiben der Zeit gleichgültig zugeschaut werde. Der Christ sei gefordert, sich aus dieser Oberflächlichkeit herauszuziehen. Der Festprediger erinnerte an die Heilige Hedwig, ihr Leben und ihr Wirken, ihren Glauben, ihre Frömmigkeit und ihre Hingabe an Christus.

Nahe an den Menschen

Die Klosterkirche sei eine Stiftung der frommen Sulzbacher Pfalzgräfin Eleonora Philippina, eine glühende Verehrerin der Heiligen Hedwig. "Durch ihre Einstellung und Überzeugung kam sie nahe an die Menschen heran, sorgte sich um Bedürftige. Die Barmherzigkeit war wie bei ihrem Vorbild die eigentliche Kraft ihres Wirkens. Sie hatte die besondere Gabe, mit ihrer Menschlichkeit auch tief in die Seele der Menschen zu sehen", sagte Pappenberger.

Weiter erinnerte der Prediger an den früheren Erzbischof von Krakau und späteren Papst Johannes Paul II, der entscheidende Brücken auf dem Wege der Versöhnung gebaut habe. "Immer wieder ermunterte er die Menschen: Habt keine Angst." Das gelte zu jeder Zeit und mache es den Leuten möglich, die Türe zu einem Lebensraum wie in dieser Kirche zu öffnen, der ganz von Jesus Christus erfüllt sei.

Die Brückenbauerin Hedwig aus Bayern habe ebenso wichtige Glaubensfundamente gesetzt wie der Grenzen überwindende Papst Johannes Paul II, betonte der Weihbischof: "Das Leben unserer Tage macht deutlich, wie sehr wir solche Personen bei allen Umbrüchen benötigen, die sich nicht mit sich selbst beschäftigen, sondern das richtige Maß finden." Das Jubiläum der Hedwigskirche wirke in die Jetztzeit hinein, denn aus diesem Gotteshaus könne man die Botschaft spüren: "Habt keine Angst."
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