"Kirche & Wirtshaus mit Pfiff" präsentiert am Sonntag Barock-Kleinod und wandlungsfähige ...
St. Magdalena trotzt jedem Hochwasser

Der im günstigen Fall lichtumstrahlte Hochaltar ist das Erste, das der Besucher des Kirche St. Magdalena in Götzendorf wahrnimmt, wenn er das Gotteshaus betritt. Die nächste Ausgabe von "Kirche & Wirtshaus mit Pfiff" beginnt hier am Sonntag, 14. Juni, um 16 Uhr mit einer Führung. Bild: hfz
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
11.06.2015
0
0
Fährt man von Illschwang oder Ammerthal kommend in die kleine Ortschaft Götzendorf hinein, so bemerkt man etwas Ungewöhnliches: Die Kirche von Götzendorf, St. Magdalena, liegt nicht wie viele andere Gotteshäuser etwas erhöht über dem Dorf, sondern sie steht auf einer Wiese, etwas abseits von den Häusern, wohl am tiefsten Punkt von Götzendorf.

Ein ungünstiger Standort "wegen großer Wasseransammlungen im Herbst und Frühjahr", wie die Aufzeichnungen von frühester Zeit an belegen. Immer wieder haben Überschwemmungen Schäden verursacht. Etwa 1596, als ein "großes Unwetter über Götzendorf niederging, dass 90 Zentimeter hoch Hagel und Kies den Kirchenraum bedeckten".

Dennoch wurde schon die früheste Kapelle St. Magdalena, die 1323 im Kastler Lehenbuch genannt wird, dort hingebaut und im Lauf der Jahrhunderte immer wieder umgestaltet. In der Beschreibung von Andreas Thiermeyer aus den 1980er-Jahren wird die "schlichte romanische Kirche, wahrscheinlich eine Weiherkirche" erwähnt.

Die größte Veränderung erfuhr das Kirchlein in der Barockzeit. Die Innenausstattung ist bäuerlich-barock: das Gestühl, der Taufstein und die Kanzel, an der Darstellungen der Evangelisten aus dem 19. Jahrhundert (auf Blech gemalt) angebracht sind. Der Seitenaltar ist ein barockes Schmuckstück aus der Zeit um 1735, der Hochaltar mit seinen vier Säulen ist der Hl. Magdalena geweiht.

Nach der Kirchenführung geht es zum gemütlichen Teil ins Gasthaus Michl nach Dietersberg. Ursprünglich war das eine reine Bierwirtschaft, in der man sich nach Feierabend auf ein Glas traf. Die Bausubstanz des Gebäudes war in einem schlechten Zustand, so dass sich die Wirtsleute Rudi und Rita Michl 1982 nicht zu einer kostenaufwendigeren Renovierung, sondern zu einem Neubau entschlossen. Dieser wurde als Speiselokal geplant und 1983 eröffnet. Das Lokal wird mittlerweile schon in der vierten Generation als Familienbetrieb geführt.

2013 renovierten die Wirtsleute die Küche und die Theke. Dabei wurde auch das Speisenangebot erweitert. Die nächste Generation, Tochter Daniela und ihr Freund, die beide ausgebildete Köche sind, brachte Neues auf die Speisekarte. Neben gutbürgerlicher Küche gibt es nun besondere Fischgerichte und Steakvariationen. Das Fleisch von Tieren aus eigener Haltung und Schlachtung (durch Metzgermeister Rudi Michl selbst verarbeitet) bedeutet gute und hohe Qualität bei den Gerichten.
Weitere Beiträge zu den Themen: Hochwasser (3437)Juni 2015 (7771)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.