Klare Aussprache für das Erbe

Dem Festgottesdienst in der Stadtpfarrkirche St. Marien geht traditionell der Zug der Bergknappen zum Gotteshaus voraus. Bilder: cog (3)
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
14.12.2014
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Der Erhalt und die Sanierung des Förderturms am St. Annaschacht als letztes sichtbares Zeichen des Bergbaus liegt dem Knappenverein am Herzen. Bei der Barbarafeier stellten sie diese Forderung in den Mittelpunkt. Die Wichtigkeit untermauerte ein Kenner der Historie.

Bei der Barbarafeier im Wagnersaal in Großenfalz formulierte Vorsitzender Armin Kraus diesen Wunsch klar und deutlich. Unterstützung dafür kam von Festredner Helmut Heindl.

Eindringliche Festrede

"Das Wirken des Bergknappenvereins, der die Geschichte des Bergbaus in der Region weiter am Leben erhält, kann nicht hoch genug geschätzt werden", lobten 1. Bürgermeister Michael Göth und Landtagsabgeordneter Dr. Harald Schwarz, die zusammen mit Landrat Richard Reisinger an der Spitze der Mandatsträger standen.

In der La Tene-Zeit zwischen 600 und 300 vor Christus liege der eigentliche Anfang des Bergbaus in der Region, schilderte Festredner Helmut Heinl, dessen Ausführungen mit Bildern und dem Film "Der Letzte von St. Anna" untermalt wurden. Zu dieser Zeit gab es nicht nur Bergleute, sondern auch Köhler, Bauleute und Fuhrleute, die Erz und Kohle transportierten, und Bauern, die die bei der Eisenerzeugung beschäftigten Menschen versorgten.

Viele Jahre und Jahrzehnte später 1853 errichtete die Gesellschaft der neu gegründeten Maxhütte, der sogar der bayerische König seinen Namen gab, ein Eisenwerk im Dorf Rosenberg. Der Standort für das Werk lag gut, da es nicht zu weit von den Eisenerzgruben nördlich von Sulzbach entfernt war, die die Gesellschaft 1859 kauften. Danach wuchs die Maxhütte immer mehr und bot fast 120 Jahre lang tausenden Menschen Brot und Arbeit. "Doch mit der Schließung des St.-Anna-Schachtes vor 40 Jahren begann ein Sterben auf Raten. Das Ende des Bergbaus am Eichelberg und 1987 der Auerbacher Grube Leonie folgten."

Viele Spuren

Über zweieinhalb Tausend Jahre Eisenerzbergbau war Geschichte. "Geblieben sind verschiedene Straßennamen, von der Grube Fromm zwei Wasserlöcher bei Großenfalz, vom Etzmannsberg ein paar überwucherte Mauerreste, von Karoline eine Schuttplatz und vom Eichelberg auch nichts mehr als ein Wasserloch." Daneben gäbe es glücklicherweise im Heimatmuseum eine Bergbauabteilung und den Bergbaupfad den der Knappenverein und das Stiber-Fähnlein anlegten. Dasselbe gelte für den Schaustollen. Versteckt in der Maxhütte befinde sich der letzte Förderwagen von St. Anna. Einzig sichtbare Landmarke sei der Förderturm am Annaschacht. Dabei sei die Stadt gefordert, dieses öffentliche Zeichen zu sanieren, sprach sich der Referent aus. "Man kann alles neu bauen, Schulen, Bäder, Museen. Einen Förderturm, ist er erst einmal weg, werde man nie wieder bauen. Historische Einrichtungen, wie der Förderturm St. Anna, sollten für die Nachwelt erhalten bleiben."

Vor Verfall retten

Es sei zu hoffen, dass durch die Festrede viele Politiker wachgerüttelt wurden und sich für den Erhalt von Denkmälern einsetzen, betonte Armin Kraus. "Der Förderturm St. Anna sollte vor dem Verfall gerettet und das Areal umgestellt werden, damit Sulzbach-Rosenberg auch weiterhin berechtigt Bergbaustadt genannt werden kann. (Zum Thema)
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