Kraft verlangt zuerst auch Geist

Voller Einsatz bei einem früheren Bockbierfest in Breitenbrunn: Organisator Thomas "Jimmy" Gebhardt überwacht hier als Schiedsrichter am original Wettkampf-Tisch die Fingerhakel-Begegnung zwischen Ulrich Wittkop (links) und Erwin Mutzbauer. Bild: Royer
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
09.04.2015
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Manche vergleichen diesen Sport mit dem Balzverhalten zweier Auerhähne. Andere sehen im Fingerhakeln die Möglichkeit, sich als echter Kerl zu beweisen. Diese reine Männerdomäne gehört in Bayern und Österreich zum Brauchtum. Auch die Herzogstadt gilt mittlerweile als Hakler-Hochburg - am Samstag wird ihr Meister gekürt.

Schon bei den Altvorderen gehörte das Fingerhakeln neben Maßkrugstemmen und Wettschnupfen zu den klassischen Disziplinen bei zünftigen Bierfesten. Bei uns hatte dieser Kraftsport seit jeher bei Bockbierfesten eine sichere Heimat. Thomas "Jimmy" Gebhardt kam dann vor Jahren die Idee, dem Fingerhakeln mehr Wettkampfcharakter zu verleihen und hob eine Stadtmeisterschaft aus der Taufe.

Wie der Organisator mit Genugtuung feststellt, erfreut sich das Fingerhakeln wachsender Beliebtheit. Und schon am Samstag, 11. April, wird das Finale der 6. Stadtmeisterschaft beim Fuchsbeck-Bräu ab 19 Uhr über die Bühne gehen. Hierzu haben sich in den Vorkämpfen bei den Starkbierfesten Julian Krös, Martin Schmer, Werner Ertl, Jürgen Urbanski, Thomas Munker, Max Hausknecht, Thomas Bösl und Mathias Sörgel qualifiziert.

Keine Profis dabei

Und es gab noch mehr Folgen aus der Fingerhakel-Euphorie zwischen Meierfeld und Pamlerberg: Mittlerweile haben sich zehn aktive junge Männer als Kolping-Hakler Rosenberg zusammengeschlossen - vierzehntägiges Training inklusive.

An der aktuellen Stadtmeisterschaft nahmen sie aus Gründen der Wettbewerbsverzerrung aber nicht teil. Die sportliche Fairness steht hier bei ausschließlicher Beteiligung von Laien ganz klar im Vordergrund. "Wir haben bei allen acht Vorkämpfen zum Finale problemlos jeweils acht Hakler gefunden. Das ist für mich ein klares Zeichen der zunehmenden Begeisterung für das Fingerhakeln", ist Thomas Gebhardt überzeugt.

Auf mögliche Verletzungen angesprochen, weiß der Organisator, dass bei diesem urbayerischsten Spektakel vor allem Rücken, Schultern, Arme und Finger beansprucht werden. Auch dem Schmerzempfinden sollte ein g'standner Hakler nach Ansicht des Experten eher weniger Beachtung schenken.

Zu den anstehenden Endkämpfen am Samstag beim Fuchsbeck ist auch die Bevölkerung eingeladen. Als Preise hat der Bräu für die drei Erstplatzierten 30, 20 und 15 Liter Gerstensaft ausgelobt. Für die Gäste geht's dabei ganz zünftig zu mit Oberpfälzer Spezialitäten aus Küche und Sudhaus. Vielleicht nimmt ja die Hakel-Begeisterung weiter zu - Balz-Rituale eingeschlossen.
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