Kreative Polizei-Schrauber

Theresa Paa sorgt dafür, dass die Einsatzfahrzeuge laufen wie am Schnürchen. Sie ist eine von fünf Auszubildenden in der Zentralwerkstatt der Polizei. Bilder: POK Eckert, Servicedienste Sulzbach-Rosenberg
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
21.07.2015
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Verrostete Bremsscheiben, gebrochene Stoßdämpfer: Wann immer ein Einsatzwagen in die Werkstatt muss, kommt er nach Sulzbach-Rosenberg. Auf dem Bepo-Gelände betreibt der Freistaat eine von fünf Zentralwerkstätten der Polizei.

In der Halle sieht es fast so aus wie in einer normalen Kfz-Werkstatt. Doch viele der Fahrzeuge sind mit einem Blaulichtbalken und grüner Bauchbinde versehen. Ansonsten findet sich im Rollwagen das normale Werkzeug der Mechaniker - vom Gabelschlüssel bis hin zu den computergesteuerten Messgeräten der verschiedenen Fahrzeughersteller.

Büro im Lieferwagen

Erst bei genauerem Betrachten stellt der Besucher fest, dass hier noch mehr getan wird, als einfach nur Autos zu reparieren. Haupt- und Abgasuntersuchungen erledigt ein eigener Kfz-Sachverständiger, der auch zugleich Werkstattleiter ist. Neufahrzeuge werden nach den Wünschen der Dienststellen ausgerüstet und auch die Unfallfahrzeuge der Polizei aus ganz Bayern repariert.

23 Beschäftigte kümmern sich in dem weit verzweigten Hallenkomplex auf dem Gelände der VII. Bereitschaftspolizeiabteilung um die Fahrzeuge sämtlicher Polizeieinheiten. Grundsätzlich vergibt die Polizei keine Arbeiten an Privatwerkstätten. Wenn es irgendwie geht, wird alles im eigenen Hause erledigt. Das ist auch verständlich, da hin und wieder auch ein Zivilfahrzeug auftaucht, das nicht enttarnt werden soll.

Fünf dieser Zentralwerkstätten (ZKW) gibt es bei der Bereitschaftspolizei in Bayern. Allerdings weisen die Standorte in Dachau und Sulzbach-Rosenberg eine Besonderheit auf: Sie entwerfen und bauen auch Spezialfahrzeuge. Ein eigenes Team, dem auch zwei Schreiner angehören, erarbeitet individuelle Lösungen für die unterschiedlichsten Einsatzprofile. Zurzeit wird ein Mercedes-Sprinter für die Brandfahnder zu einem mobilen Büro umgebaut, einschließlich Tische, Bänke und Einbauschränke zur Aufbewahrung der umfangreichen Technik und Kommunikationsanlagen. Das Team arbeitet dazu Hand in Hand mit Spezialisten anderer Berufssparten. Telefone und Funkgeräte werden von Mitarbeitern der Fernmeldewerkstatt eingebaut. Die Umbauten sind so tiefgreifend, dass neue Fahrzeuge zuerst komplett entkernt werden müssen. So ein Ausbau kann dann auch mal bis zu 1500 Stunden dauern.

Fünf Auszubildende

Jede Dienstleistung der ZKW wird in Rechnung gestellt. Seit 2007 liegt die Buchhaltung in den erfahrenen Händen von Margit Pirner. Mittels einer speziellen Werkstatt-Software schreibt sie die Rechnungen und leitet sie an die einzelnen Dienststellen weiter. Auch als Ausbildungsbetrieb hat sich die ZKW bereits einen Namen gemacht. Momentan werden fünf Azubis zum Kfz-Mechatroniker und Kfz-Lackierer ausgebildet. Die Fachkräfte sind auf dem Arbeitsmarkt sehr begehrt.

Als staatlicher Betrieb achtet die Werkstatt sehr auf die Gleichbehandlung zwischen Frauen und Männern. So haben bereits drei junge Damen ihre Ausbildung zur Mechatronikerin erfolgreich abgeschlossen. Eine ist Theresa Paa; aufgrund ihrer guten schulischen Leistungen konnte sie sogar ihre Lehrzeit um ein halbes Jahr verkürzen. Der jungen Frau hat es in der ZKW offenbar gefallen. Sie beschloss, gleich noch eine zweite Lehre als Autolackiererin dranzuhängen.
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