Kreisbrandrat Fredi Weiß zur jüngsten Brandserie und wie man sich schützen kann
Warum Lesen gegen Feuer hilft

Ganz wichtig wäre, vorher mit dem Kaminkehrer zu sprechen, wenn man einen Kamin nutzen will. Der sagt einem auch, welcher Ofen dazu passt, so dass von dieser Seite keine Gefahr droht.
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
11.03.2015
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Kamine oder Herde waren zuletzt vermehrt Auslöser für Brände. Oder auch ein "Fehler beim Beheizen eines Ölofens", wie die Polizei für den aktuellen Fall in Sulzbach-Rosenberg vermutet. Kann man das nicht ganz einfach vermeiden? Kreisbrandrat Fredi Weiß hat jedenfalls Tipps auf Lager, wie Gefahren gar nicht erst entstehen.

Herr Weiß, wie erklären Sie sich denn die Häufung der Brände um Kamine und Öfen in letzter Zeit?

Weiß: Ein Ansatz wäre, dass stillgelegte Kamine wieder in Betrieb genommen werden, ohne dass der Kaminkehrer das Ganze vorher geprüft hat. Oder dass Öfen unsachgemäß in der Wohnung aufgestellt werden und dann ein Hitzestau entsteht.

Und beim Herd?

Weiß: Da sind gängige Ursachen, dass man Essensreste auf der Herdplatte stehen hat und nicht mehr daran denkt. Wir hatten sogar schon Fälle, dass Leute aus dem Haus gehen und das Fleisch in der Pfanne vergessen. Andere haben sich hingelegt und sind eingeschlafen, während sie sich was auf den Herd gestellt hatten. Mindestens genauso gefährlich ist, wenn man andere Gegenstände auf die Platte legt und dann durch eine unglückliche Bewegung unabsichtlich den Herd einschaltet.

Kann man solche Brände schon im Ansatz verhindern?

Weiß: Bedingt. So sollte man etwa darauf achten, dass das Holz, das man schürt, nicht zu nass ist. Fehlbedienungen von Öfen lassen sich aber kaum verhindern, obwohl es eigentlich ganz einfach wäre: Man müsste nur die Bedienungsanleitung durchlesen und beachten, selbst wenn sie etwas länger ist. Ganz wichtig wäre, vorher mit dem Kaminkehrer zu sprechen, wenn man einen Kamin nutzen will. Der sagt einem auch, welcher Ofen dazu passt, so dass von dieser Seite keine Gefahr droht.

Wie kann man sich schützen, wenn trotzdem ein Feuer ausbricht?

Weiß: Das A und O sind Rauchmelder. Die gewährleisten die Früherkennung, vor allem nachts.

Sind mit Kaminbränden eigentlich besondere Gefahren für die Feuerwehrleute verbunden?

Weiß: Es wäre tatsächlich grundverkehrt, wenn man einen brennenden Kamin löschen wollte, weil es den dann schnell zerreißen kann. Man versucht eher einen Durchgang zu schaffen, um es kontrolliert ausbrennen zu lassen. Viele Feuerwehren haben dafür ein Kaminkehrerwerkzeug mit einer Kugel dran. Die meisten dieser Brände entstehen nämlich durch Versottung. Also etwa durch unsachgemäße Verbrennung von mehreren Christbäumen, durch die sich Harz an die Wände des Kamins legt, das dann aufschwellen kann wie Montageschaum, so dass der Kamin zu ist.

Gibt es bei solchen Bränden um Ofen oder Herd besondere Schwierigkeiten mit der Versicherung?

Weiß: Da ist mir nichts bekannt. Jedenfalls nicht, solange der Verursacher nicht grob fahrlässig oder vorsätzlich gehandelt hat.
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