Kreisräte erfahren, wie der Landkreis und die Amberger Stadtbau verbandelt sind
Ein ganz stiller Teilhaber

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
18.07.2015
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(zm) Ohne den Landkreis geht wenig bei der Stadtbau Amberg. Das dürften nicht alle Kreisräte gewusst haben. Deshalb gewährte Geschäftsführer Maximilian Hahn dem Plenum Einblicke in die Aktivitäten des Unternehmens.

Alles lässt sich genau beziffern: Bei der Gründung des Kommunalunternehmens Stadtbau Amberg GmbH 1982 stieg der Landkreis mit 22,81 Prozent der Gesellschafteranteile ein. Das entspricht heute einem Kapital von 3 624 050 Euro. Recht großzügig gerundet wurde andernorts: "Der Landkreis verfügt über ein vom Kapital abweichendes Stimmrecht in Höhe von 30 Prozent. Satzungsänderungen und qualifizierte Beschlüsse sind damit nur mit Zustimmung des Landkreises möglich", heißt es im Geschäftsbericht 2014. Hahn referierte auf Einladung von Landrat Richard Reisinger, der darlegen wollte, wie der Landkreis sein breites Aufgabenfeld wahrnimmt. Prompt erklärte der Stadtbau-Geschäftsführer die Region angesichts der weltweiten Wirrnisse zu einer "Insel der Glückseligen". Eine geringe Arbeitslosigkeit, ein günstiges Mietniveau und ein ausgeglichener Wohnungsmarkt würden das Geschäftsumfeld prägen und kaum unter Druck setzen, gab Hahn zu verstehen.

"Traumhafte Mieten"

Er sprach von "traumhaften Mieten" angesichts "unserer durchschnittlichen monatlichen Grund- und Kaltmieten von rund 4,20 Euro pro Quadratmeter". Den gesamten Bestand der Stadtbau bezifferte er zum 31. Dezember 2014 auf 1636 Einheiten, 17,3 Prozent davon (282) liegen im Landkreis und verteilen sich auf Sulzbach-Rosenberg (183), Hirschau (88) und Schnaittenbach (12). Zudem habe der Landkreis als Sacheinlage die ehemaligen Kreiskrankenhäuser Hirschau und Vilseck eingebracht.

Im vergangenen Jahr gab es 166 Auszüge und 154 neue Vermietungen, der Leerstand mit 115 freien Einheiten bleibe konstant. 101 davon (Bergsteig Amberg) "sind unseres Erachtens nicht zu halten", die Stadtbau möchte sie möglichst bald abreißen. In die Instandhaltung wurden 2014 2,4 Millionen Euro investiert, energetische Sanierungen stünden dabei im Vordergrund. In deutlich geringerem Umfang ist die Stadtbau auch auf dem Gebiet von kleineren Gewerbeobjekten (83) aktiv und investiert auch in Neubaugebiete zum späteren Verkauf. Als weiteres Geschäftsfeld bietet die Stadtbau die Dienstleistung der Wohnungsverwaltung für 89 Eigentümergemeinschaften an.

Auf dem Land kaum tätig

Der Geschäftsbericht für 2014 schließt mit einem Jahresüberschuss von knapp 1,4 Millionen Euro ab, Mitgesellschafter ist das Kommunalunternehmen bei der Stadtbau Sulzbach-Rosenberg (5,45 Prozent) und der Gewerbebau Amberg (3,83). Der Nachfrage, weshalb das Engagement der Stadtbau im Landkreis vergleichsweise bescheiden ausfalle, entgegnete Hahn mit der Feststellung, dass der ländliche Raum deutlich mehr vom privaten Einfamilienhaus-Bau geprägt sei als ein städtisches bis kleinstädtisches Umfeld.
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