Kreisverband der Volks- und Raiffeisenbanken trotz niedriger Zinsen optimistisch
Das Zauberwort heißt Vertrauen

Die Verantwortlichen der fünf Volks- und Raiffeisenbanken im Landkreis und der Stadt Amberg freuten sich über das Geschäftsergebnis 2014 (von links): Dr. Michael Doblinger, Hans Renner, Udo Füssel, Andreas Reindl, Frank-E. Kirchhof, Kreisverbandsvorsitzender Dieter Paintner, Karl Schlagbauer, Michael Sommer, Bezirksdirektor Franz Penker und Michael Hirmer. Bild: Hartl
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
16.04.2015
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Alles was sich in der Einheit Euro niederschlägt, hat der Kreisverband der Volks- und Raiffeisenbanken im Landkreis im Geschäftsjahr 2014 gegenüber 2013 gesteigert. Zum Beispiel das bereinigte Jahresergebnis vor Steuern von 12,5 auf 13,7 Millionen Euro.

Als Kreisverbandsvorsitzender Dieter Paintner am Mittwoch bei der Bilanzpressekonferenz von einem etwas schlechteren Geschäftsergebnis 2014 sprach, meinte er eine andere Bezugsgröße, in der sich die Banken gern vergleichen: die Betriebsergebnisquote (das Betriebsergebnis als Prozentsatz des durchschnittlichen Geschäftsvolumens). Die lag 2014 bei 0,84 Prozent, während sie 2013 noch 0,94 Prozent betragen hatte.

"Wahnsinnige Belastungen"

Der Grund dafür ist laut Paintner klar: die anhaltende Niedrigzinsphase. Vor diesem Hintergrund sei das Ergebnis "mehr als akzeptabel". Man sei damit voll und ganz zufrieden. "Wir haben vieles erreicht in einem geschäftlichen Umfeld, das es Banken nicht gerade leicht macht", sagte Paintner. Damit meinte er nicht nur die teilweise sogar negativen Zinsen, sondern auch die hohen Regulierungsanforderungen aus Brüssel ("das sind wahnsinnige Belastungen") sowie wachsende geopolitische und konjunkturelle Risiken.

Ohne griechische Anleihen

Da war man beim Stichwort Griechenland. "Gehen Sie davon aus, dass unsere Bücher frei von Griechenland-Anleihen sind", entgegnete Paintner auf die Frage nach den Risiken dieser Entwicklung für eine regionale Bank. Und auch der Markt insgesamt sei vorbereitet auf diverse griechische Szenarien: "Keines davon wird zu Verwunderung führen." Was allerdings beim Ausscheiden Griechenlands aus dem Euroraum passiere, könne keiner so genau sagen, ergänzte Dr. Michael Doblinger. Der stellvertretende Kreisverbandsvorsitzende Michael Sommer plädierte dafür, die Situation in Griechenland weniger als volkswirtschaftliches Problem zu sehen und mehr die Auswirkungen auf die Menschen dort im Auge zu behalten: "Diese Leute dürfen wir nicht im Stich lassen."

Ihre eigene Situation können die Volks- und Raiffeisenbanken im Landkreis laut Paintner optimistisch betrachten. Man stehe solide und stabil da, die Eigenkapitalquote von 8,07 Prozent sei "ausgesprochen komfortabel". Das erwirtschaftete versteuerte Eigenkapital habe man um 7,9 Prozent auf 131,2 Millionen Euro gesteigert. Das Gesamtbilanzvolumen der fünf Genossenschaftsbanken (Auerbach-Freihung, Sulzbach-Rosenberg, Hirschau, Amberg, Unteres Vilstal) von 1655 Millionen Euro (+2,5 Prozent) wertete Paintner ebenso als Beleg für eine zufriedenstellende Geschäftsentwicklung wie das betreute Kundenvolumen, das erstmals die Drei-Milliarden-Grenze übersprang und mit einem Plus von 4,4 Prozent über dem bayerischen Durchschnitt von 4,2 Prozent lag.

Mehr Kredite

Andere Steigerungsraten stimmten Paintner ebenfalls zuversichtlich, dass man sich auch im schwierigen Marktumfeld des Jahres 2015 behaupten werde: 3,4 Prozent mehr Kreditsumme, 4 Prozent mehr Kundeneinlagen, 8,4 Prozent mehr Sichteinlagen. Letztere sind oft unverzinst und wuchsen, obwohl die Kunden damit einen Kaufkraftverlust hinnehmen. Warum sie dieses Geld dennoch zu den Genossenschaftsbanken bringen, konnte Paintner mit einem Wort erklären: Vertrauen. (Zitate)
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