Krieg in der Sprechblase

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
15.06.2015
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Das alte Lied: Amberg gegen Sulzbach. Jetzt sogar im zweiten Teil. Doch der neueste Comic-Band aus der Herzogstadt behandelt nur die Geschehnisse im Bayerischen Erbfolgekrieg um 1504. Bei der Börse am Samstag stellte Eckhardt Walter sein neues Werk vor. Ringsherum grüßten die klassischen Comic-Helden.

Eigentlich ist die Veranstaltung im Capitol dem Verein "Comic-Nostalgiefreunde" zuzurechnen: Der bundesweit tätige Club hat auch bei uns viele Mitglieder, eines davon ist Eckhardt Walter. Der hat nicht nur 2013 den ersten Band herausgebracht, sondern nun nachgelegt. Als Kopf eines Teams aus Zeichner, Kolorierer, Ratgebern und Helfern stellte er den zweiten Teil der Geschichten aus der Zeit von Hauptmann Albrecht Stiber vor: "Amberg gegen Sulzbach".

Schwelgen in Erinnerung

Doch zunächst galt das Interesse der Besucher den ausgestellten Comics. Weniger zum Kaufen, mehr zum Bestaunen dienten die Prachtstücke der Aussteller. Das Publikum gehörte naturgemäß eher der älteren Fraktion an. Wer kennt noch Sigurd, Akim, Tibor, Falk oder Ivanhoe? Deutsche Nachkriegscomics, teils in Piccolo-Form herausgebracht, sind heute richtig Geld wert. Sie vereinten sich auf den Tischen mit Tom & Jerry, Asterix, Micky Mouse, Fix & Foxi. Flash Gordon durfte natürlich auch nicht fehlen. Da wartete auch ein Tisch mit dem Vorläufer: Der "Struwwelpeter", der Generationen beeindruckt hat, lag in vielen Ausgaben auf. "Mecki und die 40 Räuber" zeigten den berühmten Igel auf Abenteuerreise, nebenan ritten "Pecos Bill" und Winnetou durch den Wilden Westen - reine Nostalgie mit Sprechblasen.

Es warten noch Aufgaben

Bis aus Königswinter war der Vorsitzende der Nostalgiefreunde, Hans Simon, mit seiner Ausstellung angereist. Auch aus Luxemburg und anderen Ländern fanden sich Interessenten im Capitol ein. Die alten deutschen Kinderbücher und sogar speziell Sulzbacher Ausgaben von diversen Büchern erstaunten die Besucher. Die hörten dann von Bürgermeister Michael Göth einen kurzen Abriss über die Geschichte der Stadt. Interessant, dass sich nächstes Jahr mit dem 700. Geburtstag von Kaiser Karl IV. die Blicke auf die Tatsache richten, dass in dieser Zeit die Erzgewinnung in der Oberpfalz, dem damaligen Neuböhmen, ihren Anfang nahm. Nach seinem Streifzug ermunterte der Bürgermeister den Herausgeber: "Unsere Geschichte gibt noch viel mehr her!" Doch Eckhardt Walter winkte erst einmal ab. Er beschrieb die Entstehung der beiden Bände als "grenzwertiges Projekt" mit vielen Schwierigkeiten und immenser Arbeit. Angefangen von Finanzierung über geschichtliche Faktentreue bis zur Gestaltung und Kolorierung habe er viele Hürden überwinden müssen.

Fehler vermieden

"Der Sulzbach-Rosenberger Bürgermeister hat mir viele Bücher abgekauft, der Amberger kein einziges. Aber ich bin der Versuchung widerstanden, die Amberger schlecht wegkommen zu lassen!", meinte Walter augenzwinkernd. Er dankte dem Zeichner Hannes Günther, Kolorierer Bernd Müller, der Stadt und vielen Einzelpersonen für die stete Unterstützung bei der Erarbeitung des Zieles. Mit Hilfe des Mittelaltervereins "Cantus Ferrum" sei es gelungen, schwere Fehler bei den Details der Zeichnungen zu vermeiden.

Das blaue Buch gibt es ab sofort zu kaufen; es ergänzt den (roten) ersten Teil der Geschichte von 2013. Um was es genau geht, sei hier nicht verraten, nur soviel: Die Auseinandersetzungen zwischen Amberg und Sulzbach waren damals nicht direkt von politischer Korrektheit geprägt.
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