Kriminalbeamter Wolfgang Sennfelder erklärt modernen Einbruchschutz
Angriff über den Lichtschacht

Der Präventionsbeamte hatte anschauliche Beispiele für die Sicherung von Türen und Fenstern mitgebracht. Bild: gf
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
04.12.2014
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"Alle drei Minuten wird in Deutschland ein Wohnungseinbruch verübt", erklärte Kriminaloberkommissar Wolfgang Sennfelder. Im Sulzbacher Rathaus informierte er die Bürger über wirksamen Einbruchschutz.

Bei gut 40 Prozent aller Einbrüche gelangen die Täter über Terrassen- oder Balkontüren ins Haus, bei 30 Prozent über die Fenster im Erdgeschoß. Gängigste Methode (fast 70 Prozent seien das Aufhebeln mit Schraubenzieher oder Brecheisen. Dagegen könne man sich mit einbruchshemmenden Fensterbeschlägen, etwa mit Pilzzapfenverriegelungen, sichern. Fenster könnten mit Zusatzschlössern oder Scharnierseitensicherungen das Aushebeln zumindest wesentlich erschweren. Gegen Glasdurchbruch schützen Mehrfachverglasung oder Sicherheitsglas, das sogar Steinwürfen standhalte. Mit einem Kurzfilm demonstrierte der Präventionsbeamte, dass geschickte Einbrecher einen geschlossenen Rollladen in gerade einmal sieben Sekunden öffnen können. Haustüren werden meist durch Aufhebeln oder Angriffe auf die Schließzylinder überwunden, so Wolfgang Sennfelder. Einfachsten Schutz bieten Schutzbeschläge und Profilzylinder aus gehärtetem Stahl mit Bohr- und Ziehschutz. "Da sollte man schon ein paar Euro mehr ausgeben".

Alarmanlage sinnvoll

Türen können etwa mit Mehrfachverriegelung oder den im Mauerwerk verankerten Sicherheits-Schließblechen nachgerüstet werden. Zusätzliche Kastenschlösser hätten den Vorteil, dass sie auch von außen abgesperrt werden können. Das Gleiche gelte für Querriegelschlösser. Kellerfenster oder Lichtschächte seien oftmals unzureichend gesichert und so für Einbrecher kaum ein Hindernis.

Bei Mehrfamilienhäuser dürften Haustüren nicht versperrt werden. Hier seien "Panikschlösser" zu empfehlen, von außen geschlossen, aber von innen trotzdem zu öffnen. Vernünftige Alarmanlagen gebe es schon für rund 2000 Euro, sie meldeten Einbruch oder Rauchmelderalarm sogar aufs Handy. "Den materiellen Schaden deckt vielfach die Versicherung, aber der psychische bleibt oft ein Leben lang", schloss Wolfgang Sennfelder.
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