Kühle Rechner in heißer Phase

Ein imposantes Gebäude wird der neue Firmensitz der "hefa" - Platz für spätere Erweiterungen bietet das 2,5-Hektar-Industriegelände auch reichlich.
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
20.02.2015
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"Was wir können, das kann sonst keiner!" Eine klare Aussage des Vertriebsleiters. Und die Firma hat allen Grund dazu, selbstbewusst zu sein: Der Laden brummt, so sehr, dass jetzt gebaut wird, ein komplett neuer Firmensitz. Die "hefa" zieht im Juli um, vier Millionen Euro investiert sie an der Ludwig-Erhard-Straße. Europa braucht neue Kühlmöbel.

30 Jahre gibt es die Firma schon, stets als Familienbetrieb und immer innovativ. Bisher residierte die GmbH an der Eisenhämmerstraße - zuerst an der Nordseite neben der Firma Kurz, dann gegenüber im ehemaligen Goldflagg-Domizil. Die dortigen 2400 Quadratmeter Produktionsfläche reichen aber schon lange nicht mehr aus.

Steck-Schnapp-System

Die Firma "hefa" baut Kühlmöbel für den gewerblichen Bedarf nach einem einmaligen, europaweit patentierten System, bei dem die Isolierteile der in Sulzbach-Rosenberg konzipierten und gefertigten Auftragsobjekte per "Steck-Schnapp" vor Ort vom Fachhändler zusammengefügt werden. Sonderwünsche sind so schnell und kostengünstig zu erfüllen. Die Aufträge gehen ausschließlich telefonisch ein und kommen aus ganz Europa, manchmal auch aus dem Rest der Welt (siehe Infokasten).

"Wir müssen schon drei Jahre den Vertrieb bremsen, denn wir können nicht alle Aufträge annehmen - die Kapazität ist ausgelastet!", berichtet Geschäftsführerin Annette Exner beim Besuch unserer Zeitung. Die "hefa" brauchte dringend mehr Platz, um ihre Großkunden zu bedienen, aber den fand sie am jetzigen Standort nicht mehr. Also nahmen die Verantwortlichen Kontakt auf zur Stadtverwaltung Sulzbach-Rosenberg zwecks Flächenverkauf. Und sie erlebten eine Überraschung.

Sehr zufrieden

"So eine schnelle und kompetente Bearbeitung unseres Anliegens haben wir noch nie erlebt", schwärmt Annette Exner von der Arbeit im Amt für Wirtschaftsförderung und im Bauamt. In Rekordzeit liefen die Grundstücksverhandlungen und Baugenehmigungen ab - die Hefa GmbH erwarb ein Filetstück der Stadt im Industriegebiet Ost, das 25 000 Quadratmeter große Grundstück zwischen Stahlgruber und der Industriestraße.

Dort kann die "hefa" jetzt ihr (vorläufiges) Traum-Domizil verwirklichen. Noch im Jahr 2014 begann die Baufirma Maisel mit den Arbeiten an den Fundamenten, ein schmales Zeitfenster im Juli ist für den Umzug der kompletten Firma vorgesehen. Die neue Halle umfasst 3200 Quadratmeter, davor entsteht der Verwaltungskomplex mit 2200 Quadratmetern auf zwei Stockwerken, Lastwagen können ohne Rangieren ein- und ausfahren.

Vertriebsleiter und Prokurist Jens Benndorf verweist auf eine Besonderheit der Aktion: Allein eine große Stanze im Wert von über einer Million Euro erfordert eine Woche Demontage- und zwei Wochen Wiederaufbauzeit, plus Nachjustierung. "Das wird eine größere Angelegenheit!" Die beauftragten Firmen sind alle aus der Gegend, man kommt zurecht - "wir haben ein gutes Gefühl!"

Wie wirkt sich das Investitionsvolumen der geplanten immerhin vier Millionen Euro auf die Arbeitskräfte aus? "Zurzeit haben wir etwa 60 Mitarbeiter in Produktion, Verwaltung und Planungsabteilung beschäftigt: Ingenieure, Techniker, Zeichner." Selbstverständlich ist an personelle Aufstockung gedacht, langfristig könnten es sogar um die hundert Arbeitsplätze werden. "Aber wir wachsen langsam und finanziell gesund", weist Annette Exner auf die Firmenphilosophie hin.

Azubis übernommen

Natürlich wird auch ausgebildet in der "hefa": Technische Zeichner und Kühlanlagen-Mechatroniker. Da kommt über 30 Jahre einiges zusammen. "Und wir haben sie in der Regel immer übernommen", freut sich Annette Exner. Fast alle Mitarbeiter kommen aus der Region oder direkt aus Sulzbach-Rosenberg. Die Fluktuation ist niedrig, die Beschäftigten treu, es gibt sogar schon die ersten zwei Rentner aus der Stammbelegschaft - eben ein echtes Oberpfälzer Familienunternehmen.
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