Kultur-Mekka in der Provinz

Die Knorr-von-Rosenroth-Festspiele stellen Fred Tischler alle fünf Jahre vor eine große Herausforderung. Bild: Gebhardt
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
01.04.2015
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Ausverkauft: Diesen knappen Zusatz tragen immer mehr Veranstaltungen. Die Szene in der Herzogstadt brummt wie nie zuvor. Und das ist hauptsächlich dem Organisationstalent eines Mannes zu verdanken: Fred Tischler, Chef des Kulturamts, sieht sich bei den Abenden auch die Autonummern der Besucher an. Da erlebt er stets Überraschungen.

"Äußerst positiv" sei die Resonanz auf das Festival moderner Volxmusik ausgefallen, meint der Veranstalter und zieht im Gespräch mit der SRZ kurz Bilanz: Seit 14 Jahren organisiert Fred Tischler die Konzertreihe, jedes zweite Jahr, damit sie sich nicht zu sehr abnützt. Aber offensichtlich ist das Gegenteil der Fall: Das 7. Festival seiner Art bescherte ihm volle Häuser. Wobei mit "Häusern" stets der Seidel-Saal gemeint ist. "Dieser Ort ist einfach ideal, er hat die richtige Größe, klasse Atmosphäre und überrascht die Gäste immer mit seinem einzigartigen Flair": Fred Tischler gerät fast ins Schwärmen. Trotz der nur rund 140 Plätze ist der Saal unverzichtbar geworden. Und die Künstler, die ja oft schon mehrmals hier waren, lieben ihn auch.

Echter Ohrenschmaus

Vier Protagonisten bildeten heuer das Festival: Rudi Zapf & Zapf'nstreich machten den Anfang der Reihe an den Freitagen im März, "Sauglocknläutn" brachten neue Texte zu alten bayerischen Wirtshausliedern, das "trio akk:zent" zelebrierte Jazz und Weltmusik, schließlich sprengten Luz amoi fast den Saal mit ihren überbordenden Rhythmen.

Besonders das noch sehr junge österreichische Trio hat Tischler stark beeindruckt: "Interessanteste Vertreter der Jazz- und World-music-Szene - ein echter Ohrenschmaus!"

Traumhafte Resonanz finden die Sulzbach-Rosenberg Kulturveranstaltungen übrigens weit über die Landkreisgrenzen hinaus: Tischler berichtet von Besuchern aus Nürnberg, Neumarkt, Schwandorf, Weiden, Oberviechtach, Nabburg Thüringen und sogar Frankfurt: "Die kamen extra angereist zu einem Konzert, über 200 Kilometer!"

Und nun geht es weiter mit der Erfolgsstory: Der Auftritt der Raith-Schwestern am 17. April ist bereits restlos ausverkauft, ebenfalls das erste Konzert von Quadro Nuevo am Freitag, 24. April. Ein paar Restkarten gibt es noch für den Zusatztermin am 25. April und natürlich auch für das spezielle Kinderkonzert am 25. April um 14 Uhr.

Etwas Spezielles, so erläutert Tischler, wartet am Samstag, 18. April, auf die Zuschauer: Das russlanddeutsche Theater spielt "Der letzte feurige Liebhaber" von Neil Simon, eine furiose Komödie auf höchstem Niveau. "San2 & his Soul Patrol", ein Blues-Stern am Musikhimmel, sorgt sicher auch für schnellen Kartenvorverkauf, und dann ist der April schon wieder rum. Es folgen Altstadtfest, Knorr-von-Rosenroth-Festspiele, Kirche & Wirtshaus und die legendäre Herbstkultour: Kabarettist Matthias Kellner, Hotel Bossa Nova, Anna-Maria-Sturm-Quintett, die Bayerischen Löwen, Norbert Neugirgs Weihnachtslesung (natürlich schon lange ausverkauft!) und Stephan Zinner.

Lob von allen Seiten

Ist dieses Programm noch zu toppen? Aber ja. Fred Tischler zieht die fast fertige Veranstaltungsmappe für 2016 hervor: Step-Revue, Musikkabarett, Schlagertheater, eventuell Schmidtbauer/Kälberer, Maria-Eisenreich-Trio und noch viele andere kulturelle Höhepunkte lauern darin. "Das Programm ist randvoll!", freut sich der Organisator.

Er bekommt Lob übrigens auch von der Metropolregion Nürnberg, wo man staunend und wohl auch ein bisschen neidvoll auf das Weltklasse-Angebot in der Provinz blickt. Heimliche Kulturhauptstadt Nordbayerns: Die Stadt kann stolz sein auf diesen Ruf. Und auf den Verursacher.
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