Landkreis sammelt Speisereste

Die Info-Broschüre, die Robert Graf, der Leiter des Amtes für Abfallwirtschaft, hier präsentiert, dürften im Dezember alle Landkreisbürger mit der Post erhalten. Die Bio-Abfallbeutel und die Behälter für die Sammlung von Speiseresten gibt es dann kostenlos auf den Wertstoffhöfen. Es kann aber jeder weiter selbst kompostieren. Bild: Hartl
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
13.10.2014
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In seine Gebäude kann der Landkreis Millionen investieren, ohne dass es die Bürger groß bewegt, aber jede kleine Maßnahme auf einem Wertstoffhof bringt viel "positives Feedback", sagt Landrat Richard Reisinger. Ob das jetzt bei den Speiseresten auch so sein wird?

Der Landkreis möchte in Zukunft auf seinen Wertstoffhöfen auch Sammelstellen für Bioabfälle anbieten, also für Speisereste - oder "organische Küchenabfälle ... aus Haushaltungen", wie es in der entsprechenden Satzung heißt, deren Änderung der Umweltausschuss am Montag guthieß. Damit dürfte sie in der Kreistagssitzung am 8. Dezember ebenfalls durchgehen.

Beim Probebetrieb in Kümmersbruck, Hahnbach und Ammerthal wurde das neue System gut angenommen, erzählte Robert Graf, der Leiter des Amtes für Abfallwirtschaft, in der Sitzung: "Da haben wir bisher nur Lob bekommen." Zunächst wurden in den drei Gemeinden alle Bürger per Postwurfsendung informiert, dass sie ihre Speisereste auf freiwilliger Basis im Wertstoffhof entsorgen können. Wer das wollte, bekam dort einen Bio-Abfallbeutel und einen eimerartigen Behälter, in dem die Speisereste zu Hause gesammelt wurden.

Keine Geruchsbelästigung

Im Wertstoffhof kamen die Beutel in einen geschlossenen Behälter, damit dort keine Geruchsbelästigung entstand. Laut Graf überlegte man auch, bei der Umsetzung im Großformat die Speisereste mit in die Container für die Grün- und Gartenabfälle zu geben, aber das sei nicht erlaubt - "unterschiedliche Fraktionen" in der Sprache der Abfallverwerter.

"Und was passiert hinterher mit den Küchenabfällen?", wollte Veronika Frenzel (SPD) wissen. Sie werden von der Firma, die die Ausschreibung gewinnt, aus den Wertstoffhöfen abgeholt und dann kompostiert, erläuterte Graf. Der Landkreis habe ja vor einigen Jahren selbst mal überlegt, mit den gesammelten organischen Reststoffen eine Biomasse-Anlage zu betreiben, aber das sei nicht umsetzbar gewesen. "Es ist nicht wirtschaftlich", fasste Reisinger das Ergebnis der damaligen Berechnungen zusammen. Laut Graf gibt es deshalb in der ganzen Oberpfalz keine Bio-Vergärungsanlage.

Jedenfalls kompostiere die Entsorgungsfirma die Speisereste auf ihrer eigenen Anlage und könne den Kompost dann verkaufen, etwa an Landwirte, die ihn auf dem Acker aufbringen, zeigte Graf den weiteren Weg auf. Dabei macht aber keineswegs nur die Firma ein Geschäft, wie Veronika Frenzel befürchtete, sondern auch der Landkreis bekommt seinen Anteil, meist in Form einer Gutschrift. Das stabilisiere dann die Müllgebühren, verdeutlichte Graf. Die werden derzeit ohnehin neu kalkuliert, dürften sich aber laut Landrat Reisinger auch 2015 weiter in der bisherigen Höhe bewegen.

Nur für Privatleute

Speisereste im eigenen Sammelbehälter, das entlaste zudem die Restmülltonne, nannte Reisinger einen weiteren Vorteil des vorgeschlagenen Verfahrens. "Dürfen auch Großküchen und Wirtshäuser anliefern?", fragte Yvonne Rösel (Grüne). Dürfen sie nicht. Die Wertstoffhöfe sind nur auf Privatleute und nur auf haushaltsübliche Mengen ausgelegt.
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