Lebenshilfe für Mutter und Kind

Kompetente Beraterinnen bilden das Rückgrat der Hilfsstellen von Donum Vitae. Von links: Katinka Schmidbauer, Cornelia Rubenbauer-Pickel, Stephanie Bogner und Leiterin Hilde Forst. Bild: Steinbacher
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
19.05.2015
17
0

Ungewollt schwanger, dazu ohne Arbeit oder noch in Ausbildung, getrennt vom Partner, ohne Geld: Für viele Frauen ist die Beratung von Donum Vitae die letzte Hoffnung. Die Jahresbilanz bringt dies zum Ausdruck. Aber das vorbildliche Modell würde ohne Spenden nicht funktionieren.

Derzeit sind es sechs hauptamtliche Beraterinnen, die in der staatlich anerkannten Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen in Amberg, Sulzbach-Rosenberg und Schwandorf zur Verfügung stehen. Ihre Klientel ist ein Personenkreis zwischen 18 und Mitte 40. Die Frauen befürchten nicht tragbare Konsequenzen, wenn ihre Schwangerschaft bekannt würde. Manchmal ist sogar noch ihre Unterbringung erforderlich. Im Pressegespräch legten die Expertinnen ihre Arbeit offen.

"Seit 1999 beraten wir Frauen, die sich durch ihre Schwangerschaft in so extremen Konfliktsituationen befinden, dass sie mit ihrem Kind nicht leben können", erläutert Leiterin Hilde Forst. Hierfür gibt es die Instrumente der anonymen und der vertraulichen Geburt. Durch das Moses-Projekt soll vermieden werden, dass Frauen durch heimliche Geburt ihr Leben und das des Kindes gefährden.

Auf folgenden Gebieten ist der Verein Donum Vitae aktiv:

Schwangeren-Konfliktberatung

168 Frauen kamen 2014 zur Beratung in die Sprechstunden. Psychische und physische Überforderung seien die Hauptursachen gewesen, erklärt Cornelia Rubenbauer-Pickel. "Zukunftsangst und das Gefühl der Überforderung sind die häufigsten Probleme." Schwierigkeiten in der Partnerbeziehung seien etwa bei der Hälfte aller Fälle dabei.

Ebenso problematisch sei oft die berufliche Situation der Frauen: Bei befristeten Arbeitsverhältnissen oder Zeitarbeit drohe der Arbeitsplatzverlust. Dazu komme eine unverständliche gesetzliche Regelung, weist Hilde Forst hin: Die Kosten für Schwangerschaftsabbrüche werden bei Frauen mit geringem Einkommen übernommen, nicht aber die für die Verhütungsmittel. "Die Finanzierung dieser Kosten würde manchen Schwangerschaftsabbruch verhindern!"

Anonyme, vertrauliche Geburt

Mehrere Kinder kamen im vergangenen Jahr in diesem Programm zur Welt, berichten die Beraterinnen. In der Regel wusste niemand von der Schwangerschaft. Im Moses-Projekt bietet man den Frauen eine medizinisch betreute Entbindung im Krankenhaus und die Chance, anonym zu bleiben. Bei der vertraulichen Geburt hat die Frau ebenfalls die Möglichkeit, gegenüber Ämtern, Krankenhaus und allen Beteiligten unter Pseudonym zu bleiben. Das Kind hat aber dann mit 16 Jahren die Möglichkeit, seine Herkunft zu erfahren.

Beratung zu Pränataldiagnostik (PND)

"Hier gibt es Begleitung und Information für Frauen und auch Paare, ergänzend zur medizinischen Beratung in der Entscheidungsfrage", stellte Katinka Schmidbauer das Angebot vor.

Sexualpädagogische Arbeit

Durch dieses Angebot 2014 in den Schulen hat Donum Vitae 562 Jugendliche erreicht. In Veranstaltungen für die Altersgruppen von 10 bis 18 Jahren ging es um Partnerschaft, Lebensplanung, Verhütung, Schwangerschaftsabbruch und "Eltern-Praktikum". Leider, bedauerte Stephanie Bogner, sei die Suche nach einer männlichen Honorarkraft bisher erfolglos verlaufen. Die Vorgaben der Regierung erschwerten dies.

Patenschaften für Praktikanten

Um eine qualifizierte Ausbildung von Sozialpädagogen für die Beratungsstellen auch künftig zu ermöglichen, ruft Donum Vitae Unternehmen auf, eine halbjährige Patenschaft für Praktikanten zu übernehmen. Diese kostet 1200 Euro pro Semester.

Sternenkinder

Die Bestattung von Kindern, die zu klein oder zu krank waren, um leben zu können, findet regelmäßig im Waldfriedhof statt, meistens schließt sich ein Trauer-Café an.
Weitere Beiträge zu den Themen: Mai 2015 (7906)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.