Lebenslange Liebe zur Musik

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
08.08.2015
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Vor zehn Jahren gehörten Geeta Nazareth und ihre Brüder Vijay und Antonius Anand zu den ersten Interview-Gästen der SRZ beim frisch aus der Taufe gehobenen SRIMF. Nun machen die junge Frau und ihre Mutter Wiebke Küster wieder Station in der Herzogstadt und berichteten, was aus den musikalischen Hoffnungen geworden ist.

Geblieben vom ersten SRIMF (Sulzbach-Rosenberg International Music Festival) ist Geeta Nazareth vor allem die tiefe Liebe zur Kammermusik. Bis zu diesem Zeitpunkt kannte die damals zehnjährige Violinistin nur das gemeinsame Musizieren mit ihren Geschwistern. In der Oberpfalz weitete sich der Horizont so flott wie anspruchsvoll: Zusammengewürfelt mit anderen internationalen Studenten galt es gleich, ein Hugo-Wolf-Quartett zu stemmen.

Universelle Verständigung

Die inspirierende Atmosphäre, die Musik als universelle Verständigungsart, die Freude am Miteinander mit neuen Kollegen und schier unbegrenzte musikalische Möglichkeiten assoziiert Geeta Nazareth bis heute mit dem SRIMF. Dass sich ihr Bruder Antonius seinerzeit über Nacht die Haare blau gefärbt hatte, ist eine weitere Erinnerung, aber eine ganz andere Geschichte.

Musik ist Teil ihres Lebens geblieben, allerdings nicht als Hauptberuf. In New York studiert Geeta Nazareth mittlerweile Psychologie und mischt gleichzeitig mit dem "Highline Chamber Ensemble" die Zwänge und Grenzen des klassischen Musikbetriebs auf.

Die professionelle Instrumentalisten-Laufbahn haben auch die beiden Brüder nicht eingeschlagen, erzählt Mutter Wiebke Küster. Vijay Nazareth hat Film studiert, er lebt in Los Angeles und betreibt zusammen mit Antonius, der sich Richtung Komposition orientiert, den erfolgreichen YouTube-Kanal "AVbyte" mit selbst gedrehten und komponierten Kurz-Musicals.

Und obwohl sie viel in die musikalische Ausbildung und Karriere der Kinder investiert hat, zeigt sich die Mutter nicht enttäuscht über die Entwicklung. Sie sei froh, dass alle glücklich sind mit dem, was sie machen, befindet Wiebke Küster. Und das Wichtigste sei ja ohnehin gelungen: Den Kindern die lebenslange Liebe zur Musik zu vermitteln.

Enge Freundschaft

Küsters damalige SRIMF-Teilnahme als betreuendes Elternteil zeitigte übrigens ganz aktuelle Folgen: Seit jenen Tagen verbindet sie eine enge Freundschaft mit dem künstlerischen Leiter Misha Quint. Sein kurzfristiges Angebot, beim Jubiläum als seine Assistentin zu schalten und walten, hat sie daher gerne angenommen. Dass dafür der Urlaub "geopfert" wird, stellt absolut kein Problem dar. Auf diese Weise komme sie in den Genuss einer "täglichen Dosis Teenager". Und sie ist ganz nahe an der Musik, der sie als studierte Sängerin immer noch eng verbunden ist.

Geeta Nazareth bereichert diesmal als Bratschistin das Opern-Ensemble und das Orchester. Ihren Spaß an der unbändigen Begeisterung und am ihrer Einschätzung nach deutlich gestiegenen Niveau des SRIMF haben Mutter und Tochter allemal.
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