Leider ein einmaliges Erlebnis

Das hochvirtuose Klarinettenspiel von Howard Klug harmonierte perfekt mit seiner Klavierpartnerin Natalia Levitskaya. Bilder: Petra Hartl
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
13.08.2015
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Viel Zeit, ihr Zusammenspiel zu proben, blieb den Professoren des Sulzbach-Rosenberg International Music Festivals (SRIMF) nicht. Dennoch wagten sie sich am Dienstag Abend vors Publikum im Rathaus. Schade, dass es für heuer ihr einziger gemeinsamer Auftritt bleibt.

Eine solche Vielfalt an Komponisten, Interpreten und Instrumenten, dargeboten von Meistern ihres Faches, erlebt man selten in einem Konzert.

Der Mephistowalzer von Franz Liszt war ein mitreißender Auftakt des Abends. Lange Zeit galt dieser Komponist mehr als Tastentiger, aber er war ein großer Neuerer und hat Klangfarben und Stimmungen in seinen Kompositionen verwirklicht. Luis Sanchez zog von den ersten Takten an die Zuhörer in einen magischen Bann.

Von Malcolm Arnold, einem Komponisten aus England, hörte man an diesem Abend seine Sonatina für Klarinette und Klavier. Zu bewundern war nicht nur das hochvirtuose Klarinettenspiel von Howard Klug, sondern auch das perfekte Zusammenspiel mit seiner Klavierpartnerin Natalia Levitskaya.

Cello bevorzugt

Dimitri Schostakowitsch, der wahrscheinlich größte russische Komponist des 20. Jahrhunderts, bevorzugte das Cello für seine Kompositionen und gab ihm neue Klangfarben und Möglichkeiten. Misha Quint konnte mit seinen technischen Fähigkeiten und seiner tiefen Verwurzelung in der russischen Musik die Zuhörer zutiefst beeindrucken. Auch hier sollte das überwältigende Zusammenspiel mit seinem Klavierpartner Dorian Keilhack besonders erwähnt werden. Sie hatten die gleiche emotionale Empfindung für diese Komposition.

Aram Chatschaturian geht mit seinen Kompositionen über Europa hinaus. Er stammt aus Armenien und schöpfte aus dieser Musik seine Inspiration. Die drei Interpreten Howard Klug, Hristo Popov und Natalia Levitskaya brachten ihren Zuhörern den Zauber diese Musik sehr nahe.

Die sechste Suite von Johann Sebastian Bach für Violoncello solo gehört nicht nur zu den technisch schwierigsten Werken dieses Komponisten, sondern auch zu den intellektuellsten. Erik Anderson nahm mit dem 2. und 3. Satz diese Herausforderung an. Dieser Programmpunkt zwischen Chatschaturian und Szymanowski zeigte, wie die Musik von Bach den "Geist klären kann".

Hochromantische Musik

Das Schlussfeuerwerk war dann die Sonate für Violine und Klavier des polnischen Komponisten Szymanowski. Dieser ist ein hochromantischer Komponist, der technische Schwierigkeiten und romantische Empfindungen zusammenführte. Die beiden Interpreten Andrej Grabiec und Natalia Levitskaya erfüllten diese Anforderung voll und begeisterten das Publikum.

Die Leistungen an diesem Abend sind umso größer einzustufen, da keine langen Probenphasen vorausgegangen sind.
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