Leuchtender Morgenstern

"Verleih uns Frieden" flehten die Sopranistinnen Katharina Königer und Lynn Paulin Raav, begleitet von Carolina Steinberger und Sara Garcia-Cardenas auf der Geige und Ralf Waldner am Cembalo. Bilder: cog (2)
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
22.12.2014
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Die ganzen langen Adventswochen hindurch hört man überall die seichten Weihnachtsschlager. Dass man sich auch mit anspruchsvoller Musik auf das Christfest vorbereiten kann, bewies die Berufsfachschule für Musik mit ihrem herrlichen Weihnachtskonzert.

Der große Konzertsaal der Berufsfachschule war komplett voll, als erst der gemischte Chor, dann das Blechbläserensemble einzogen. Fast 70 Sängerinnen und Sänger standen auf der Bühne, außerdem zehn Bläser. Das weckte hohe Erwartungen.

Expressive Hörner

Mit opulenter Klangpracht stimmten die Bläser Giovanni Battista Buonamentes "Sonata" an. Der strahlende Klang der Trompeten, die samtig-weichen Posaunen, die expressiven Tenorhörner und die grundsolide Tuba ließen auch andere Stücke leuchten. Herrlich war Johann Sebastian Bachs "Wie schön leuchtet der Morgenstern", das Luisa Kretschmer feinsinnig dirigierte.

Ein wahre Freude war der große Chor, auch in den Männerstimmen sehr gut besetzt. Die jungen Sänger unter Leitung von Dieter Müller schwelgten in sechsstimmigen Sätzen. Sie überzeugten mit sehr guter Textverständlichkeit und absoluter Präzision.

Ganzes Chor-Können

Herzbewegend war der Renaissancechoral "Maria wallt zum Heiligtum" von Johannes Eccard, aber vor allem bei dem zeitgenössischen "Newborn Jesus" von Michael Aschauer durfte der Chor sein ganzes Können zeigen. Die modernen Harmonien und die ausgefeilte Dynamik waren anspruchsvoll. Die Sänger begeisterten mit einem wunderbar sinnlichen Piano und dichtem, ausdrucksstarken Forte, das keinerlei Anstrengung zeigte.

Sandmännchen-Lied

Auch die Solosänger waren großartig. Die Musicalklasse präsentierte mit mehreren Solisten englische Weihnachtslieder in überraschend kessen Arrangements, und eine zauberhafte Szene aus Engelbert Humperdincks "Hänsel und Gretel" ließ Opernatmosphäre entstehen.

Mit Wärme und tiefem Gefühl interpretierten die Sängerinnen das Lied des Sandmännchens und den Abendsegen. Inbrünstig flehten zwei Sopranistinnen um Frieden, von zwei Geigen zart ergänzt. Reizvoll präsentierte sich auch das Duo mit Flöte und Violine. Beide Ensembles wurden bei ihren barocken Stücken von Ralf Waldner am Cembalo einfühlsam begleitet. Aber auch das funkelnde Flöten- und das spritzige Violinensemble erfreuten das Herz. Einen reizvollen Kontrast zur Musik der großen Komponisten bot das Klarinettenensemble, das volkstümliche Weisen in kunstvollen Arrangements interpretierte. Das Publikum applaudierte begeistert. Statt einer Zugabe sangen die Besucher gemeinsam mit dem Chor und geführt von den Blechbläsern das französische Weihnachtslied "Engel auf den Feldern singen". Das gefiel allen Mitwirkenden, ob auf der Bühne oder in den Stuhlreihen davor, so gut, dass sie es wiederholten. Das war echte Weihnachtsfreude.
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