Lieber mit mehr rechnen

Die Walter-Höllerer-Realschule in Sulzbach-Rosenberg hat aktuell knapp 700 Schüler und deckt den Raumbedarf einer Realschule mit 24 Klassen ab. Die Luftaufnahme zeigt den Altbau (hinten) mit der Dreifachturnhalle (vorne links); beide Teile entstanden in den Jahren 1968/69. Rechts vorne der Anbau mit Klassenzimmern und Aula. 2001 bekämpfte man die Raumnot an der Schule mit Klassenzimmern in Containern. Archivbild: Gebhardt
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
15.04.2015
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Als der Landkreis die Generalsanierung der Walter-Höllerer-Realschule in Sulzbach-Rosenberg plante, ging er langfristig von 500 Schülern aus. Nach dem Aufnahmestopp an der Schönwerth-Realschule reicht das aber nicht mehr, hat die Regierung der Oberpfalz befunden.

Die Landkreis-Verwaltung arbeitet jetzt mit einer Prognose von 550 Schülern, wie Erich Findl aus der Finanzverwaltung am Montag im Kreisausschuss deutlich machte. Die Anzahl der zu berücksichtigenden Klassen ändert sich dadurch aber nicht, es bleibt bei 22. Allerdings bedeuten 550 Schüler, dass mit 28 Sportklassen gerechnet werden muss, und dann sei das ganze Gebilde - trotz Dreifachturnhalle - "am Rande der Genehmigungsfähigkeit", wie Findl sagte.

Der Hauptbau der Realschule sowie die Turnhalle wurden von 1987 bis 1992 generalsaniert. Jetzt wären dort größere Brandschutzmaßnahmen notwendig, außerdem eine umfassende energetische Sanierung sowie die Sanierung von Fachräumen. "Spätestens 2018 eine erneute Generalsanierung" lautete deshalb der Vorschlag der Verwaltung. Dabei wolle man nicht mit einer Salamitaktik vorgehen, sondern mit einem umfassenden Konzept, ergänzte Landrat Richard Reisinger in der Sitzung. Der Kreisausschuss empfahl einstimmig, die Planung in die Wege zu leiten. Die endgültige Entscheidung erfolgt, wenn die Kostenberechnung vorliegt.

Erich Findl hatte auf der Basis von Schülerzahlen auch das theoretische Potenzial der zuletzt propagierten Realschule Hirschau untersucht. Demnach gibt es in den Gemeinden des nordöstlichen Landkreises, die zum Hirschauer Einzugsgebiet gerechnet werden, aktuell 393 Realschüler. 108 besuchen in Sulzbach-Rosenberg den Unterricht, 163 in Amberg, 81 in Nabburg und 41 in Weiden. In 20 Jahren müsse man mit etwa einem Drittel weniger rechnen.

In Bezug auf die Geburtenzahlen heißt das: Wurden 2014 im Landkreis 752 Kinder geboren, werden es 2034 nur noch rund 500 sein. Bei einer Übertrittsquote von knapp 23 Prozent blieben davon 114 für die Realschulen. Für die Anzahl der Zehnjährigen, die als Fünftklässler an die Realschule wechseln können, hatte Findl herausgefunden, dass es davon 2014 im Landkreis-Nordosten 180 gab, heuer 177. Bis 2034 gehe diese Zahl wohl auf 124 zurück. Und davon könne man dann etwa 30 für einen Wechsel an die (fiktive) Realschule Hirschau einrechnen.
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