Liefergruppe Amberg-Sulzbach sieht sich für Wegfall der Milchquote gerüstet - "Bündelung das ...
Zufrieden mit Grundpreis von 36 Cent

Mit und ohne Quote: Die Kühe von Hans Pirner in Pürschläg fressen immer fleißig und produzieren dadurch Milch, die verkauft werden muss. Bild: hfz
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
20.12.2014
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Die Liefergruppe Amberg-Sulzbach hat laut eigener Pressemitteilung die Zeichen der Zeit auf dem Milchmarkt erkannt und durch die langfristige Zusammenarbeit mit der Vertragsmolkerei Allgäuer Alpenmilch einen zukunftsweisenden Weg beschritten. Die Vertretung durch die "Bayern MeG" bei den Preisverhandlungen habe eine vertragliche Absicherung des Milchpreises nach unten ermöglicht. Die Molkerei Allgäuer Alpenmilch habe die Langfristigkeit ebenfalls gewünscht, da sie in einem neuen Trockenturm hochwertiges Milchpulver für Babynahrung produziere. Sie wolle zudem die verarbeitete Milchmenge von derzeit 260 Millionen Kilogramm auf 400 Millionen ausweiten.

Gegen eigene Süppchen

Die Sprecher der Liefergruppe Amberg-Sulzbach, Hans Pirner, Manfred Bauer und Bernhard Ibler, sehen sich laut Pressemitteilung darin bestätigt, gerade angesichts der auslaufenden Milchquote gut aufgestellt zu sein. "In der Vermarktungsplattform Bayern MeG ist das Bündeln der Milch für kostendeckende Preise das Gebot der Stunde", sagte Manfred Bauer. Die Milchbauern hätten erkannt, dass man bei Preisverhandlungen gegenüber den Molkereien gebündelt auftreten müsse. Die "Bayern MeG" setze das zum Nutzen der Milchviehbetriebe hervorragend um. "Wer sein eigenes Süppchen kochen will, wird in Zukunft von der Realität eingeholt werden", meinte Bauer. "Auf die Auszahlungspreise bezogen, wird der freie Markt gerade in schlechten Zeiten gnadenlos sein."

Man müsse sich wundern, dass angesichts der aktuell in Nordbayern geplanten neuen MeG einige Erzeugergemeinschaften ausscheren wollen, obwohl sie doch nur auf den Zug "Bayern MeG" aufspringen müssten, um mit einer Stimme gegenüber den Molkereien sprechen zu können. "Wahrscheinlich liegt dies nur an der persönlichen Eitelkeit", vermutete Bernhard Ibler als Ursache der Zersplitterungstendenzen. Selbst Milchpräsident Günther Felsner vom Bayerischen Bauernverband warne eindringlich vor diesem Rückschritt.

Wechsel kein Tabu

Laut Hans Pirner erzielte die "Bayern MeG" für die Liefergruppe einen durchschnittlichen Grundpreis von 36 Cent. "Bayern MeG"-Vorsitzender Jakob Hölzl lege großen Wert darauf, ein zuverlässiger Marktpartner zu sein. Molkereiwechsel seien für ihn aber kein Tabu, "sondern die Grundvoraussetzung für einen gesunden Wettbewerb um den Rohstoff Milch". Hölzl betone auch, dass durch die Mitgliedschaft in der "Bayern MeG" keine Organisation ihre Selbstständigkeit einbüße. Ihre Gremien blieben voll erhalten. Bei allen Verkaufsgesprächen seien stets drei Vertreter der Mitgliedsorganisationen einzubinden. Dem Abschluss eines Vertrages müssten die Gremien der Mitgliedsorganisation zustimmen.

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Weitere Informationen zum Milchpreis:

http://www.oberpfalznetz.de/milchquote
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