Löcher nicht nur im Rasen

"Benutzung der Spieleinrichtungen und Spielflächen ist nicht gestattet, Zuwiderhandlungen werden verfolgt." Diese Hinweise hat der Insolvenzverwalter überall anbringen lassen, auch an den Schildern auf dem Grün des Golfplatzes. Bild: Gebhardt
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
02.11.2014
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Die Wettervorhersage für den Golf- und Landclub lautet "wolkig". Diese Wolken könnten aber sehr wohl in Unwetter münden: Seit Samstag kann in Königstein nicht mehr Golf gespielt werden. Die vorläufige Insolvenz hat es enthüllt - die Kassen sind leer. Ein Investor ist nicht in Sicht.

Die Mitteilung erreichte unsere Zeitung am Wochenende: Bei den Königsteiner Golfanlagen endete am Samstag, 1. November, der Spielbetrieb. Der vorläufige Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Dr. Jochen Zaremba aus Amberg, informierte über das seit rund sechs Wochen laufende sogenannte "vorläufige Insolvenzverfahren" über die Vermögen der Königsteiner Golfanlagen GmbH & Co. KG und des Golfclubs Königstein-Namsreuth e. V. Die Kassen seien nach Angaben des Rechtsanwaltes aber so leer, "dass die weitere Aufrechterhaltung des Spielbetriebs ab November nicht mehr möglich ist." Von der Insolvenz seien acht Arbeitnehmer, über 450 Stammspieler und über 750 Fernmitglieder betroffen, daneben 60 Kommanditisten, die mit ihrer Kapitaleinlage die Errichtung der Golfanlage ermöglicht hatten.

Fortführung fraglich

Die Mitglieder des landschaftlich sehr attraktiv gelegenen, schon 1990 gegründeten 18-Loch-Clubs kommen nicht nur aus dem Landkreis, und aus Sulzbach-Rosenberg, sondern aus der ganzen Oberpfalz und dem Bereich Nürnberger Land.

Wie der vorläufige Insolvenzverwalter ebenfalls anmerkte, sei mit mehreren Interessenten die Möglichkeit einer Übernahme und Fortführung der Golfanlage intensiv ausgelotet worden. Diese Gespräche hätten allerdings bisher noch zu keinem positiven Ergebnis geführt. Dennoch sollen sie nach seinen Angaben fortgesetzt werden. "Ich halte eine Sanierung nach wie vor für möglich und wünschenswert. Die Einstellung des Spielbetriebs muss nicht endgültig sein. Entscheidend ist unter anderem, dass die Mitglieder und Spieler in den kommenden Wochen der Golfanlage Königstein nicht gleich den Rücken kehren", so Dr. Zaremba weiter.

Mit den Königsteiner Golfanlagen verschwinde aber - zumindest vorerst - ein landschaftliches Juwel unter den regionalen Golfanlagen von der Bildfläche.
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