"Lokführer" dringend gesucht

Für Yvonne Rösel, Heinz-Ulrich Schmidt, Walter Spies und Gabi Mutzbauer (von links) wäre die Gründung einer Bürger-Energiegenossenschaft ein sinnvoller Weg, um die Energiewende dezentral voranzubringen. Bild: Royer
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
24.08.2015
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Die Energiewende kommt nur sehr schleppend voran. Änderungen und Umstellungen werden deshalb zunehmend von den Bürgern gefordert. In der Herzogstadt wollen Gleichgesinnte hier ein Zeichen setzen. Sie bringen eine Bürger-Energiegenossenschaft ins Gespräch. Ihre Vorteile seien vielfältig und nachhaltig.

Für Vincent Clarke, Klimaschutzmanager mit Sitz im Rathaus, zeigen sich durch eine solche Einrichtung nur positive Effekte: "Mit einer Bürgergenossenschaft könnten Energieeinsparungs-Projekte umgesetzt werden, für die gegenwärtig in der Kommune noch kein Geld vorhanden ist. Wichtig ist außerdem, dass durch die sinnvollen Investitionen die Wertschöpfung in der Stadt bleibt."

Jetzt bekommt der Fachmann Unterstützung aus den Reihen der Umweltschutzinitiative, des Bundes Naturschutz und der Stadtratsfraktion der Bündnisgrünen. Walter Spies, Heinz-Ulrich Schmidt, Gabi Mutzbauer, Yvonne Rösel und Peter Zahn würden es sehr begrüßen, wenn eine solche Genossenschaft in Sulzbach-Rosenberg gegründet werden könnte. Hierzu wäre natürlich auch der Rückhalt von Bürgermeister, Verwaltung und Stadtrat gefragt.

Der politische Wille diene hier als wichtiger Hintergrund und bilde quasi die Triebfeder. "Wir brauchen Initiativen von unten, da von oben zu wenig ankommt. Alle reden in der Politik von der Energiewende, aber die guten Vorsätze und Ankündigungen werden nicht, oder nur halbherzig durchgeführt", betonen Spies und Schmidt, die nach wie vor ein Gesamtkonzept vermissen. Als Schlagworte nannten sie die 10H-Regelung, Einsatz von Kohlestrom, Stromtrassen, mangelnde Förderung der Elektromobilität oder die unsichere EEG-Festlegung bei Photovoltaikanlagen.

Den Manager halten

Nach Ansicht von Yvonne Rösel und Gabi Mutzbauer sei für die Umsetzung einer Bürgergenossenschaft (BG) auch die Weiterbeschäftigung von Klimaschutzmanager Vincent Clark, der befristet angestellt ist, äußerst sinnvoll. Er wäre hier ein wichtiger Ansprechpartner und Bindeglied zu Verwaltung und Stadtrat. Als unverzichtbar erachtete die Runde beim SRZ-Gespräch auch die notwendigen konkreten Projekte, die es dann gezielt umzusetzen gelte. Es bringe nämlich nichts, zuerst eine Genossenschaft zu gründen und dann langatmig auf Projektvorschläge zu warten.

Der positive Wille zu einer BG sei also durchaus vorhanden, was den Befürwortern lediglich fehlt, ist eine Person, die Führung und Verantwortung - eventuell auch hauptamtlich - übernehmen würde. Wer hier Interesse hat und etwa auch Wissen aus den Sektoren Steuer- und Finanzrecht mitbringt, zudem Klima- und Naturschutz sowie Erneuerbaren Energien positiv gegenüber steht, sei bestens geeignet.

Für den "Lokführer" gebe es dann größtmögliche Unterstützung, unterstrich Stadträtin Gabi Mutzbauer beim Pressetermin.
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