Lustiges Zwitschern im Vogelheim

19 Musikanten waren es, die beim Jubiläumsstammtisch im Vogelheim mit Begeisterung spielten und sangen.
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
05.09.2015
5
0

Sie nennen es Stammtisch, aber es ist weit mehr als das. Nicht, weil sie reden und lachen oder essen und trinken. Aber weil sie Musik machen: ohne Noten, ohne Honorar, nur zur eigenen und anderer Leute Freude. An die einhundert Gleichgesinnte saßen jetzt bei der zweihundertsten Auflage zusammen.

Am ersten Mittwoch in jedem Monat gehört das Vogelheim am Feuerhof den Stammtisch-Musikanten und ihren Fans. Sie kommen aus nah und fern, aus der Stadt und dem Landkreis, vielfach aus dem Frankenland, aber auch aus Bodenwöhr, vom Steinberger See oder anderswo. Sie kennen sich, haben ihre festen Plätze.

Der September-Stammtisch unterscheidet sich von den vorhergehenden, denn es ist der zweihundertste Abend. Alfons Fehlner, der nimmermüde "Präsident" hat akribisch Buch geführt, wer in den vergangenen 16 Jahren wie oft gekommen ist. Den Rekord hält Hans Dittrich mit 191 Besuchen; Sepp Ertl steht mit 176 nicht viel nach. Als Dankeschön gibt's Treueurkunden und einen guten Tropfen.

Der Dank Fehlners gilt aber auch den Wirtsleuten. "Mia san zfriedn mit 'm Vogelheim", lobt er die Chefin des Hauses, Anneliese Prechtl und ihr fleißiges Team in Küche und Theke. Und weil ein Lied mehr sagt als nur Worte haben Hans Dittrich und Sepp Ertl eines getextet: "Es ist so schön in unserem Vogelheim, es ist so schön, ein Musikant zu sein."

Wechselnde Ensembles

Die Freude am Musizieren klingt in allen Darbietungen mit. Meist sind es die gleichen Musikanten, die sich in verschiedenen Formationen zusammentun, ihre Gitarren, Akkordeons, Saxofone, Klarinetten und Geigen zur Hand nehmen, sich Mitspieler auswählen. Sie kennen ihr Repertoire und wissen, was das Publikum hören möchte.

Die Bandbreite reicht vom "echten Waldler" über die "Fischerin vom Bodensee" bis zum Seemann, der das Träumen lassen soll. Medleys aus alten Ohrwürmern sind ebenso dabei wie die "wilden Rosen aus Böhmen" oder die "Hohen Tannen". Es sind Lieder von Heimat und Fremde, von Jugend, Liebesleid und -freud, die gespielt und voll Inbrunst mitgesungen werden, die ein wenig sentimental, meist aber froh und lustig stimmen. Natürlich wird bei den Zuhörern geplaudert und gelacht, bis der "Präsident" energisch seine Glocke schwingt und um ein wenig Ruhe und "Respekt für die Musik" bittet.

"Täterä Hahnbach!"

Still wird es dagegen, wenn der Kempf-Sepp seine Gitarre zur Hand nimmt und als Gesangssolist auch mal recht nachdenklich sein kann: "Die Jungen, die kommen und wir müssen gehen, bei jedem ist's einmal so weit." Damit das noch lange nicht der Fall ist, animiert die letzte Gruppe vor der großen Pause zur Bewegung. Kirwa-Musik mit Bairischen, Zwiefachen, "der alten Kat" und "Täterä Hahnbach", mit Juchzern und jubelnden Instrumenten - da treten Füße im Takt: Die Diele des Vogelheims wird zum Tanzboden.

Alfons Fehlner ist zufrieden. So soll ein Jubiläumsabend sein. Der leise Wermutstropfen dabei: Wie fast überall fehlt es an Nachwuchs. Dabei kann Musik so gut tun: der Seele, dem Gemüt, dem ganzen Menschen.
Weitere Beiträge zu den Themen: September 2015 (7742)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.