Mann aus der Donau gefischt

Mit einem offiziellen Dankeschön, einer Urkunde und einem Geschenk würdigte das Gremium den Einsatz von Rudolf Niegl (Dritter von links). Von links: Martin Weiß, Thomas Eberling, Michael Cerny und Andreas Dommer. Bild: roa
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
24.09.2015
10
0

Mit einem beherzten Einsatz rettete Rudolf Niegl einen Mann aus der Donau. Dafür wurde der 30-jährige Hahnbacher jetzt von dem Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung geehrt.

Rudolf Niegl arbeitet eigentlich auf der "anderen Seite". Bei dem Schichtführer und Disponenten in der Integrierten Leitstelle gehen normalerweise die Hilferufe über den Schreibtisch. Am Mittwoch, 29. April, beobachtete der 30-jährige mit eigenen Augen wie ein Mann in die Donau rutschte.

Niegl besuchte an der Staatlichen Feuerwehrschule in Lappersdorf einen Lehrgang. Mit zwei Kollegen aus Rosenheim und Passau war er zum Abendessen in der Regensburger Altstadt. Gegen 20.45 Uhr gingen die drei am Ufer zwischen der Steinernen Brücke und dem Eisernen Steg entlang.

Plötzlich sahen sie in etwa 200 Meter Entfernung, wie ein Mann in die Donau fiel. Die drei Lehrgangsteilnehmer rannten zur Unglücksstelle und stellten fest, dass der Fluss an dieser Stelle eine starke Strömung hatte. Ein Hineinspringen verbot sich deshalb. Ein Kollege hatte auf dem Weg dorthin einen Rettungsring bemerkt, den er rasch herbeiholte. Der andere setzte telefonisch den Notruf ab. Rudolf Niegl warf den Ring in das Wasser und wies den Verunglückten an, diesen über seinen Kopf und den Körper zu ziehen, damit er nicht untergehen kann. An der Schnur des Rettungsrings wurde der Mann schließlich von Niegl aus dem Wasser gezogen. Dabei klemmte sich der Retter einen Nerv am Rücken ein. Zwei Stunden nachdem der Verunglückte dem Roten Kreuz übergeben wurde, benötigte Niegl selbst einen Notarzt, da er sich nicht mehr bewegen konnte. Er wurde ins Klinikum der Barmherzigen Brüder gebracht und blieb dort zwei Tage.

"Durch das couragierte Eingreifen, wurde ein Mensch vom wahrscheinlich eintretenden Ertrinkungstod gerettet. Dies verdient öffentlichen Dank und Anerkennung", sagte Geschäftsleiter Andreas Dommer bei der Sitzung des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF).

Für die "beispielhafte" Rettungsaktion wurde der 30-jährige Hahnbacher von Ambergs OB Michael Cerny, dem Schwandorfer Landrat Tobias Ebeling und Martin Weiß, stellvertetender Landrat in Amberg-Sulzbach, mit einer Urkunde und einem Geschenk geehrt. Cerny bezeichnete die Vorgehensweise als "nicht selbstverständlich": "Rudolf Niegl ist ein Vorbild für andere."
Weitere Beiträge zu den Themen: September 2015 (7742)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.