Massiver Druck nach Investition

Geschäftsführer Rolf Schubert ist stolz auf den Maschinenpark. Nur mit neuester Technik kann die Firma auf dem Weltmarkt bestehen.
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
05.03.2015
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Das Metallwerkstück dreht sich. Gleichmäßig schweißt der Roboterarm 24 einzelne Punkte fest. Was ist das eigentlich für ein besonderes Teil? Geschäftsführer Rolf Schubert klärt auf: "Der Schacht des Beifahrerairbags im Porsche." Ein echtes Qualitätsteil, made in Sulzbach-Rosenberg. Aber die Herstellung liefe nicht ohne die Investition von Millionen.

Die Servo-Motoren surren, der Boden bebt: Schlag für Schlag stanzt die Presse Formteile aus einem Metallband. An der Industriestraße läuft die Produktion auf Hochtouren. Die Amberger Werkzeugbau GmbH (AWB) ist ein familiengeführtes Unternehmen mit über 40-jähriger Tradition. 1971 in der Nachbarstadt gegründet, zog die Familie bald nach Sulzbach-Rosenberg. 1981 entstand das heutige Werk I im Industriegebiet Unterschwaig.

Jetzt drei Werke

Zunächst konzentrierte sich der Mittelständler mit seinen damals noch wenigen Mitarbeitern auf die Konstruktion und Fertigung von Werkzeugen, 1989 wurde mit der Gründung der Abteilung Stanztechnik die Prozesskette um die Serienfertigung erweitert. 1998 kam rund 500 Meter entfernt Werk II dazu, 2004 wurde es erweitert. Heute produzieren etwa 110 Mitarbeiter am Firmenstandort Sulzbach-Rosenberg in beiden Werken auf mehr als 7000 Quadratmetern Werkzeuge und Stanzteile für die Medizin-, Elektro- und Hausgerätetechnik sowie die Automobilindustrie. 2009 kam es zum Neubau eines Werkes in Cluj-Napoca (Rumänien), in dem heute rund 30 Mitarbeiter beschäftigt sind.

Und das Unternehmen bleibt nicht stehen: Allein seit 2013 hat Rolf Schubert etwa 3,5 Millionen Euro investiert. Jüngstes Beispiel ist die neue 400-Tonnen-Presse, die 13. ihrer Art bei der AWB, die alleine schon 1,8 Millionen Euro kostete. Sie ging jetzt in Betrieb, Schubert stellt sie der SRZ vor. Neuester Stand der Technik sind die Servomotoren, die die Stanze bewegen, Laser-Sensoren sorgen für genauesten Transport des Metallbandes in das Werkzeug.

Dieses "Werkzeug", eine rechteckige Platte mit verschiedensten Umform-Vorrichtungen, ist natürlich Eigenentwicklung, ein Grundstein der AWB. Die fertig geformten Blechteile fallen in den Container, der Metallschrott wandert unterirdisch zur Sammelstelle.

"Modernisierung und Kapazitätserweiterung sind die Gründe für die enorme Investition", erklärt Rolf Schubert in der Halle. Die Konkurrenz ist groß, der Druck entsprechend, und wer nicht absolut verlässlich zuliefert, ist bald raus aus dem Geschäft.

100 Prozent Präzision

Höchste Qualität ist gefragt bei dieser Art der Fertigung, deswegen setzt die Firma auch bei manchen Aufträgen wie dem Porsche-Airbag-Teil Schweißroboter ein, die den unschätzbaren Vorteil der 100-prozentigen Präzision aufweisen.

Ist schon ein Investitionsende abzusehen? "Mittelfristig ist eine räumliche Erweiterung hinter dem Werk II geplant", das steht für den Mittelständler fest. Feinwerkmechaniker, Kaufleute, Technische Zeichner und jedes Jahr einige Auszubildende finden in der Industriestraße ihr Auskommen.

Das Problem haben viele

Einzige Sorge des Geschäftsführers, der sonst mit der Stadt Sulzbach-Rosenberg sehr zufrieden ist: "Das fehlende Breitband ist ein enormer Nachteil!" Aber diese Beschwerde kommt von vielen im Industriegebiet ansässigen Firmen, die mit nur mickrigen Übertragungsraten arbeiten müssen.
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