Medizinisch in der "Ersten Liga"

Alexander Gregarek (links) und Philipp Senft brachten zusammen mit ihrem Lehrer Eckhard Kopetzki (Mitte) Marimba und Vibrafon zum Klingen.
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
21.10.2014
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Zwanzig Jahre sind ein guter Anlass, um zu feiern. Beim Jubiläum der Chirurgischen Praxisklinik Dres. Pöllath & Scherer gab es nicht nur "Gespräche am Büfett" mit musikalischer Umrahmung, sondern auch Information und Fortbildung.

"Medizin trifft Musik" hieß das vielversprechende Thema, mit dem die Chirurgische Praxisklinik/Medizinisches Versorgungszentrum Dres. Pöllath & Scherer zum 20-jährigen Bestehen in den Rathaussaal eingeladen hatte. Bei diesem "medizinischen Fest" ging es jedoch nicht nur ums Feiern, sondern auch um "Moderne Behandlungskonzepte in der ambulanten Chirurgie".

Stolz auf Entwicklung

Rund fünfzig "Wegbegleiter aus der Ärzteschaft, Chirurgenfreunde, Apotheker und nichtärztliche Partner hieß Dr. Martin Pöllath dazu willkommen. In ihrer Mitte auch Bürgermeister Michael Göth, der in einem Grußwort die Stadt, ihre Geschichte und ihre heutige Situation skizzierte. Die auswärtigen Gäste lud er ein, gerne nochmal wieder zu kommen, "um das lebens- und liebenswerte Sulzbach-Rosenberg besser kennen zu lernen".

Nicht ohne Stolz zeigte Dr. Pöllath die Entwicklung der Chirurgischen Praxis in der Oberen Gartenstraße in den vergangenen zwei Jahrzehnten auf. "Aus einem Arzt sind drei Ärzte geworden, aus sechs Mitarbeiterinnen 13. Die Praxis entwickelte sich von der Chirurgischen Einzelpraxis zur Praxisklinik und schließlich zum Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ)". Operativ, so Dr. Pöllath, seien in den Anfangsjahren überwiegend handchirurgische Eingriffe gemacht worden. Im Jahr 2000 kam es zur ersten Leistenbruchoperation, aus der sich die Hernienchirurgie entwickelte, das zweite operative Standbein. "Heute führen wir über 1000 Operationen pro Jahr durch, sowohl ambulant als auch stationär", zeigte Dr. Pöllath auf. Die stationäre Tätigkeit werde durch die enge Kooperation mit dem St.-Anna-Krankenhaus ermöglicht.

Durch die Partnerschaft mit dem Chirurgen und Orthopäden Dr. med. Michael Scherer im Jahr 2006 kam es zur MVZ-Gründung, das Fachgebiet Fußchirurgie kam hinzu. 2014 schließlich wurde die Praxis durch Dr. med. Ina Smialek, einer erfahrenen Allgemeinchirurgin mit dem Schwerpunkt Proktologie verstärkt. Die drei Fachärzte stellten am Festabend die Schwerpunkte der Praxisklinik, Hände, Hernien, Hämorrhoiden und Füße, in Referaten vor.

Tabu-Themen

Dr. Ina Smialek sprach über Krankheiten, die nach wie vor Tabu-Themen sind, für die Patienten aber einen hohen Leidensdruck bedeuten. Hämorrhoiden, Analfisteln und Abszesse, Stuhlentleerungs-Störungen und Inkontinenz sind proktologische Erkrankungen, die in der Praxis diagnostiziert, therapiert und auch operativ behandelt werden können. Als Oberärztin, die im Krankenhaus Lauf die Proktologische Abteilung aufgebaut hat, bringt Dr. Smialek viel Erfahrung auf diesem Gebiet mit.

Hammer- und Klauenzehen

Um Hammer-, Krallen- und Klauenzehen ging es im Vortrag von Dr. Michael Scherer. Wie seine Kollegin präsentierte er dazu auf zwei Leinwänden Bilder der erkrankten Gliedmaßen und Behandlungsmethoden, aber auch eindrucksvolle Zahlen: In den vergangenen vierzig Monaten wurden bei 57 von 83 seiner Patienten zur Korrektur dieser Fehlstellungen erfolgreich Implantate eingesetzt, "damit", so Dr. Scherer, "sind wir im internationalen Vergleich in Sulzbach-Rosenberg mindestens in der zweiten wenn nicht sogar in der ersten Liga".

Beim Leisten- und Nabelbruch, dem dritten Thema des Abends, spielt laut Dr. Martin Pöllath die ambulante Chirurgie eine zentrale Rolle. "Über Erfolg oder Misserfolg entscheidet nicht die Methode, die zur Anwendung kommt, sondern die Erfahrung des Chirurgen", stellte er klar. Das überörtliche Hernienzentrum Nürnberg HZN, an dessen Entwicklung seine Praxisklinik federführend beteiligt ist, trage zur Verbesserung der Behandlungsergebnisse auf diesem Gebiet bei.

Kaum eine Frage blieb offen nach den drei Referaten, so dass die Gäste im Foyer bei Kaffee und Gebäck diskutieren, fachsimpeln oder sich ganz einfach unterhalten konnten.
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