Mehr "Gastarbeiter" als Pendler

IHK-Geschäftsführer Johann Schmalzl, Bürgermeister Michael Göth und die Sprecherin der Wirtschaftsjunioren, Jeannine List (von links), moderierten das Treffen im Rathaussaal.
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
06.10.2015
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Sie informieren sich regelmäßig bei den politisch Verantwortlichen über die wirtschaftliche und gesellschaftliche Situation, die Wirtschaftsjunioren Amberg-Sulzbach. Da Sulzbach-Rosenberg ein wichtiger Standort ist, kam das Dialogforum diesmal in den Rathaussaal.

Eine Palette von Fragen und Informationen umfasste das Dialogforum der Wirtschaftsjunioren Amberg-Sulzbach. Als kompetenter Gesprächspartner standen dazu Bürgermeister Michael Göth und der Leiter des Liegenschaftsamtes, Hans-Jürgen Winter, zur Verfügung.

Wirtschaftliche Bedeutung

Nach dem Höchststand 2001 mit 8500 waren es 2014 nur etwas weniger sozialversicherungspflichtige Beschäftigte. Auch kämen mehr Menschen in die Stadt, um zu arbeiten, als es Auspendler gebe, berichteten sie. Welche wirtschaftliche Bedeutung Sulzbach-Rosenberg innerhalb des Landkreises habe, könne man daraus ersehen, dass über 30 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze des Landkreises sich hier befänden. Und dies, obwohl nur 18 Prozent der Landkreisbewohner in Sulzbach-Rosenberg leben. "Diese Zahlen sprechen für sich."

Thema Breitband

Investitionen in Millionenhöhe von Firmen bildeten die Grundlage dieser positiven Entwicklung. Mit der Ausweisung von Gewerbegebieten unterstütze die Stadt die Ansiedlung von Firmen. "Wenn Betriebe nach Sulzbach-Rosenberg kommen wollen, steht die Stadt Gewehr bei Fuß", versprach der Bürgermeister.

Ein wichtiges Thema stelle der Ausbau der Breitbandversorgung mit Schwerpunkt der Gewerbegebiete dar, um hohe Übertragungsmöglichkeiten zu schaffen. Da die Anbieter eine Garantie für sieben Jahren übernehmen müssen, besitzen die Firmen eine gewisse Sicherheit, ergänzte Hans-Jürgen Winter. Ein weiterer Komplex war die Situation bei der Kinderbetreuung. In der Stadt gibt es sieben Kindergärten, wobei mit einem Waldkindergarten in Stifterslohe eine neue Art der Betreuung dazukomme, schilderte Michael Göth. Ganztagsbetreuung böten die JahnGrundschule und die Krötensee-Mittelschule, Mittagsbetreuung die Pestalozzischule an.

Wohnungen fehlen

Um die Bau-Möglichkeit für Familien zu verbessern, habe die Stadt Parzellen als Bauland ausgewiesen. Jüngere Menschen hätten aber oft nicht das Geld, um zu bauen. Sie seien deshalb an Wohnungen interessiert, wandte der Geschäftsführer Johann Schmalzl ein. Auf diesem Gebiet gäbe es Nachholbedarf, gab der Bürgermeister zu. Eine Feinuntersuchung laufe derzeit im Ortsteil Rosenberg für die ehemalige Videothek, das frühere Gasthaus Zur Waage und zu einem Anwesen in der Hennebergstraße. Auch bei dem Maxhüttengelände, das bereits teilweise saniert ist, werde geprüft, wie es künftig genutzt werden könne. Was den Denkmalschutz betreffe, so sei die große Politik gefordert.

Keine Hebesatz-Senkung

Ob der Schlackenberg für öffentliche Veranstaltungen genutzt werden darf, konnte nicht abschließend beantwortet werden, da unterschiedliche Informationen vorlagen, wer für Nachfolgekosten verantwortlich sei.

Ob eine Senkung des Hebesatzes der Gewerbesteuer angedacht sei, wollten die Wirtschaftsjunioren wissen. "Derzeit nicht", lautete die Antwort des Bürgermeisters. Rund 40 Prozent der Betriebe würden Gewerbesteuer zahlen, wobei 60 Prozent von 14 Firmen aufgebracht werden, informierte Winter.

Junge Menschen hätten oft keine Möglichkeit, geeignete Lokalitäten am Abend zu finden und würden deshalb in andere Städte fahren, wurde in der Diskussion angemerkt. Die Stadt könne lediglich die Rahmenbedingungen dazu schaffen, machte Michael Göth klar.
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