Mehr Lebensraum für Wildtiere

Der Tatendrang ist Balduin Schönberger (Mitte), dem ersten Wildlebensraumberater für die Oberpfalz, schon anzusehen. Unterstützung erhält er bei seiner Tätigkeit von Josef Rupprecht (links), dem Leiter des Fachzentrums Agrarökologie, und von Willibald Götz (rechts), dem Leiter des Amberger Landwirtschaftsamtes. Bild: hfz
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
05.02.2015
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Den Namen für das Aufgabengebiet hat sich wohl jemand überlegt, der Buchstabenkolonnen mag: Wildlebensraumberatung. Doch Balduin Schönberger geht es um ganz handfeste Dinge.

Schönberger ist seit dem 1. Januar Wildlebensraumberater am Fachzentrum für Agrarökologie des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Amberg. Seine Aufgabe ist es, so verrät eine Pressemitteilung des Amtes, "Lebensräume für Wildtiere in unserer Agrarlandschaft zu verbessern". Dabei ist Schönberger in der ganzen Oberpfalz Ansprechpartner für Landwirte, Jäger und Jagdgenossen, auf die er aktiv zugehen will.

Bayern ist das einzige Bundesland, das sich solche hauptberuflichen Berater leistet, die ihr Wissen kostenfrei weitergeben. Laut Projektleiter Dr. Christof Janko sollen sie "über Möglichkeiten, wie die Biodiversität im Offenland gefördert werden kann, beraten und bei der Umsetzung helfen. Unsere Hauptfokus-Arten sind dabei Hase, Rehwild, Rebhuhn, Singvögel des Offenlandes, aber auch Hummeln, Bienen und andere Insekten." Der Arbeit der Berater betreffe vorerst nur das Offenland, nicht den Wald, denn "in der Agrarlandschaft ist der Artenschwund derzeit deutlich massiver. Wir sammeln aber vorsorglich auch Vorschläge zur Verbesserung im Wald."

"Wildlebensraumberater werden an den Fachzentren in jedem Regierungsbezirk etabliert, um die Fülle von Wildlebensraum fördernden Maßnahmen noch gezielter in die Fläche zu bringen", fasst es Markus Heilmann, Pressesprecher des bayerischen Landwirtschaftsministeriums, zusammen.

Als Instrument dafür steht das neuaufgelegte Bayerischen Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) zur Verfügung. Es ermöglicht etwa Blühflächen am Waldrand oder in der Feldflur, Hecken, Streuobst oder wertvolle Winterbegrünung in der kargen Jahreszeit, Lerchenfenster, Saumstreifen oder eine optimierte Anlage von Wildäckern.
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