Mehrheit für Ökostrom

Ökostrom wird im Landkreis schon fleißig erzeugt - hier eines der Windräder bei Witzlricht mit einem Anwohner -, da war es für viele Kommunen nur konsequent, ihn auch für ihren Verbrauch zu bestellen. Archivbild: upl
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
20.10.2015
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Normalstrom oder Ökostrom? Der Privatmann steht ständig vor dieser Überlegung. Im Sommer mussten sich auch die Gemeinden diese Gewissensfrage stellen. Es gab eine eindeutige Tendenz.

Anlass für die Beratungen war, dass der Bayerische Gemeindetag in Kooperation mit dem Kommunal-Dienstleister KUBUS eine Bündelausschreibung für die Stromlieferung 2017 bis 2019 angeboten hatte. Dass man teilnahm war für die Gemeinden keine Frage, da diese Methode günstigere Strompreise verspricht. Doch wollte man Normal- oder Ökostrom? Wobei die umweltfreundlichere Variante laut KUBUS etwa sechs Prozent teurer kommt. Zwei Drittel der 27 Kommunen im Landkreis entschieden sich dennoch für den Ökostrom, vor allem größere Gemeinden, während bei vielen kleineren das Kostenargument schwer in die Waagschale fiel.

Manchmal sogar billiger

Dabei hatten skeptische Gemeinderäte darauf hingewiesen, dass 2014 Ökostrom auf dem Markt zeitweise billiger zu haben gewesen sei als Normalstrom. "Das stimmt", bestätigt Katharina List, die Klimaschutzkoordinatorin des Landkreises: "Für die Oberpfalz war der Ökostrom beim letzten Mal geringfügig billiger als der Normalstrom." Stefan Graf, Direktor beim Bayerischen Gemeindetag, betont aber, die langjährigen Erfahrungen auf diesem Sektor zeigten, dass für Ökostrom "die Mehrkosten im Durchschnitt 5 bis 6 Prozent ausmachen. Dem steht nicht entgegen, dass einzelne Ausschreibungen einen im Verhältnis zum Normalstrom günstigeren Preis erzielen."

Zeichen für den Bürger

Katharina List hat bei einigen Nachfragen gemerkt, dass die Kostenfrage - gelegentlich war von einem Öko-Plus bis zu zehn Prozent die Rede - die Kommunen verunsichert hat. Sie habe stets zum Bezug von Ökostrom geraten. Nicht, weil dadurch der Landkreis sein Ziel, von 2011 bis 2035 den CO2-Ausstoß um 60 Prozent zu senken, eher erreiche, "sondern weil man da übergreifend denken muss". Die Entscheidung der Kommune sei stets ein Zeichen für den Einzelnen. "Ich kann ja nicht Wasser predigen und Wein trinken." Apropos: Der Landkreis bezieht für alle seine Liegenschaften und Abnahmestellen 100 Prozent Ökostrom. Der Vierjahresvertrag dafür mit den Stadtwerken Amberg läuft sei Ende 2013 und umfasst insgesamt 6,2 Millionen Kilowattstunden.
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