Melodiöse Fülle, aber auch Emotionen

Ein selbst komponiertes Stück "Printemps" trugen Anja Pilhofer und Tanja Gebhard mit Violine und Gitarre vor und entwickelten in dem gut dargebotenen, interessant zu hörendem Werk spanisches Kolorit. Kompliment für diese kreative Leistung.
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
01.07.2015
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Fast zwei Stunden Programm, musikalische Darbietungen, die das Publikum mit viel Beifall würdigte. Das Herzog-Christian-August-Gymnasium (HCA) hatte zu seinem Sommerkonzert geladen, und die rund 500 Gäste brauchten ihr Kommen nicht zu bereuen.

Die Vielzahl der Besucher brachte den Saal der Berufsschule an die Grenzen der Möglichkeiten. Oberstudiendirektor Dieter Meyer begrüßte unter den Zuhörern Landrat Reisinger und dessen Stellvertreter Franz Birkl, voran aber die Austauschschüler aus Spanien mit ihren Lehrern. Zwei HCA-Musikpädagogen zeichneten verantwortlich für Vorbereitung und Regie: Stefanie Rösch für Big Band, Orchester, Instrumentalensemble, und Jan Roidl für Unterstufenchor, HCA-Chor, Vokalensemble - beeindruckend, wie beide ihre Schüler zu motivieren vermögen. Wenn im Unterstufenchor, bei dem meist nur Mädchen zu hören sind, auch einige Buben mitsingen, dann ist das ein unerwarteter "Aha"- Eindruck.

Beinahe liebevoll

Beide sind sichtbar "in den Herzen ihrer Schüler" verwurzelt. Ihnen wurde am Ende, als die Abiturienten mit je einer Rose verabschiedet wurden, beinahe liebevoll gedankt. Dabei sprach Sabrina Hiltl stellvertretend für alle "der großartigen Frau Rösch" ebenso Anerkennung aus wie "Jan Roidl, der den Chor erst seit einem Jahr leitet und hoffentlich noch sehr lange bleibt".

Die Blechbläser stellten sich bei zwei Stücken mit strahlenden Trompeten, erstaunlich beweglichem Horn und souveränen Posaunen vor und erhielt großen Beifall. Im Unterstufenchor sangen etwa 30 junge Leute mit guter Textverständlichkeit unter instrumentaler Unterstützung die Lieder "Nur noch kurz die Welt retten" und "Solang man Träume noch leben kann".

Das Spiel der Traversflöte verlangt eine diffizile Atemführung und einen sensiblen Tonansatz. Es war faszinierend, wie Lukas Wagner mit Steffi Rösch am Cello sowohl die melodiösen Linien als auch die schnellen Passagen einer Händel-Sonate leicht und souverän spielte. Das 22-köpfige Vokalensemble lief zu großer Form auf. "Drück die Eins" wurde spritzig interpretiert. "I see fire", bei dem Magdalena Ertel mit souliger Stimme beeindruckte, war ein eher ruhiger, sehr intensiv gestalteter Song, bei dem die Harmonie-Rückungen und die "reibenden" Tonfolgen beeindruckten. Nicht ganz geglückt war der Vortrag des Abi-Quartetts mit dem schönen Song "An Irish blessing". Die tollen Stimmen von Juliana Hünergard und Sabrina Hiltl überstrahlten die etwas zaghaft agierenden Männer, so dass die stimmliche Balance nicht ganz gelang.

Grandioser Sound

Dann war das Orchester an der Reihe. Gut 40 Musiker präsentierten zunächst "The James Bond Theme". Das war echt Klasse, wie der unverwechselbare SoundtTrack wiedergegeben wurde. Bläser und Flöten prägten das Spiel, und die Streicher gaben dem Klang die besondere Note. "Bilder einer Ausstellung" von Mussorgsky wurden angetippt und die "Forrest-Gump-Suite", von Stefanie Rösch "HCA-Orchester-gemäß" arrangiert, entwickelte sich mit Klavier- und Flöten-Beginn zum grandiosen Sound. Der HCA-Chor glänzte mit drei Beiträgen. Ausgewogener Klang, guter Text und eine mit spürbarer Emotionalität präsentierte Darbietung waren bei "All of me" ebenso zu bewundern wie "Let me entertain you" mit effektvollen Wendungen (unter Einbeziehung des Publikums) und einem beeindruckenden Tim Winkler als Solist. In "She's the one" entfaltete das Ensemble melodiöse Fülle, aus der die Solisten M. Ertel, T. Ruhland und T. Winkler noch hervortraten. Und mit "What-ever" vereinten sich HCA- mit Unterstufenchor und einem Streichquartett zu einer gut gemachten musikalischen Persiflage auf die Werbe-Industrie.

Den glanzvollen Schluss setzte die Big Band: Saxofone, Trompeten, Posaunen, Horn, Percussion, E-Gitarren, Keyboard und Klavier - hier schöpfte man instrumental aus dem Vollen. Bei "Thieves in the temple" überraschten die beweglichen Saxofone. "Accidentally in love" verarbeitete melodiöse Linien mit effektvollen Trompeten-Einwürfen, und bei "Peter Gunn" zeigten die Musiker in Solo-Einlagen, was sie drauf haben. Eine tolle Leistung zum Finale, die nach euphorischem Beifall "Moondance" als Zugabe brachte.
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