Mietverträge für möblierte Räume sind unterschrieben
Asylbewerber statt Hotelgäste

Einer neuen Nutzung sieht der Sportpark am Katzenberg entgegen: Das Hotel wird umgewandelt, Sport und Gastronomie bleiben unverändert.
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
05.12.2014
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"Die Tür stand weit offen, aber es hat sich keine Möglichkeit gefunden, das Projekt zu verwirklichen": Geschäftsführer Karl Reyzl erinnert an seinen Vorschlag vom Juni, im Sportpark eine Art Stadthalle zu etablieren. Jetzt ziehen ab 1. Januar Asylbewerber ins bisherige Drei-Sterne-Hotel.

Warum ist aus dem Vorschlag zur Nutzung des Sportpark-Komplexes als Veranstaltungshalle nichts geworden? Die SRZ sprach darüber mit dem Geschäftsführer der Sportpark-GmbH, Karl Reyzl. "Das Projekt hätte eine deutliche Beteiligung der Stadt erfordert, und die kam nicht zustande", bedauert er. Die Betreibergesellschaft "Sportpark GmbH" hat das Objekt vom Eigentümer gepachtet.

Entscheidung gefällt

Da die Finanzen des Hauses nicht den Erwartungen entsprachen, beriet man beim Besitzer des Sportparks, dem Rohrwerk, und kam deswegen zu der Entscheidung, "das Notwendige mit dem Nützlichen zu verbinden": Vermietung des bisherigen Hotels an den Landkreis Amberg-Sulzbach zum Zwecke der Unterbringung von Asylbewerbern.

In der Max-Aicher-Stiftung, zu der das Rohrwerk auch gehört, gibt es schon seit langem großes Engagement zum Thema Flüchtlinge. Reyzl nahm Gespräche mit Landkreis und Regierung der Oberpfalz auf, jetzt sind die Mietverträge für möblierte Räume unterschrieben. Ab 1. Januar können in die sechs Doppel- und zwei Drei-Bett-Zimmer 18 Asylbewerber einziehen.

"Die Einrichtung bleibt drin, besonders die Bäder sind sehr gut ausgestattet", erklärt der Manager. Zwei Küchen und ein Aufenthaltsraum mit Fernseher und internationalem Programm sind eingerichtet, diverse andere Umrüstungen erfolgt. "Brandschutz, Fluchtwege, Unterbringung, alles ist geprüft und abgenommen!"

Alles läuft weiter

Hat diese neue Nutzung des Hotels Einfluss auf den restlichen Sportpark? "Ganz klar nein", stellt Karl Reyzl fest. Der Betrieb in der gut ausgelasteten Halle mit der Tennisschule Wolfgang Henn laufe ebenso weiter wie beim Kegeln ("das boomt zur Zeit!"), beim Klettern an der DAV-Wand und beim regen Squash der TV-Sparte.

Die Buchungen könnten weiter übers Internet oder an der Theke im Restaurant erledigt werden. Apropos Restaurant - hier bleibt ebenfalls alles beim alten: Geöffnet ist Montag bis Freitag ab 17 Uhr, Samstag ab 14 Uhr, Sonntag 9 bis 15 Uhr. Auch für ansässige Vereine ändert sich nichts, alles läuft in gewohnten Bahnen. Nur die Hotelgäste wechseln eben.

"Wir wollen eine gut betreute Einrichtung haben!", versichert Karl Reyzl abschließend. Entsprechende Gespräche mit Diakonie, "Sulzbach-Rosenberg hilft" und anderen Organisationen seien am Laufen, auch das Berufsbildungszentrum der Maxhütte Technologie werde eingebunden. Man wolle die Asylbewerber an Ausbildung, aber auch an Sportmöglichkeiten heranführen. Einrichtungen und Vereine sollten sich um sie kümmern.

Und zum Schluss des Gespräches meint der Manager: "Wenn wir so etwas tun, wenn wir die Möglichkeit haben, Positives zu bewirken, dann machen wir das auch richtig!"
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