Ministerin zieht den Hut

Die Staatsmedaille für soziale Verdienste überreichte Ministerin Emilia Müller (jeweils rechts) bei einer Feierstunde in München an Hildegard Kohl (linkes Bild) und Irmgard Buschhausen. Bilder: Gert Krautbauer (2)
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
02.11.2015
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Die eine hat die Caritas-Sozialstation in Hirschau entscheidend geprägt, die andere die Amberger Tafel mitgegründet: Für ihre sozialen Verdienste erhielten Hildegard Kohl und Irmgard Buschhausen aus den Händen von Ministerin Emilia Müller die bayerische Staatsmedaille.

Bei einer Feierstunde im Max-Joseph-Saal in der Residenz in München überreichte die Staatsministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familien und Frauen die bayerischen Medaille für soziale Verdienste an einige Personen aus dem Freistaat. Darunter waren mit Kohl und Buschhausen zwei aus der Region Amberg-Sulzbach. Nachfolgend Auszüge aus den Laudationes auf die beiden:

Hildegard Kohl, Hirschau

Als Frau der ersten Stunde bei der Caritas-Sozialstation Hirschau hat Hildegard Kohl über 30 Jahre lang die oft wegweisende Arbeit dieser Einrichtung nicht nur begleitet, sondern ganz entscheidend mitgeprägt. Sie hat nicht nur bei der Abrechnung der Behandlungspflege geholfen, sondern über die Jahre viele Initiativen gestartet, die oft sogar Pionierarbeit waren und später von anderen Sozialstationen der Caritas übernommen wurden. So ist sie längst nicht nur als Krankenschwester tätig, sondern hält auch Kurse für Senioren und Demenzkranke ab.

Die Gruppe "Lebensqualität fürs Alter" geht auf Kohl zurück. Hier organisiert sie neben Kursen und Treffen zusätzliche Ausflüge und Veranstaltungen. Auch die Betreuungsgruppe Lichtstrahl, die sich unter anderem an Menschen mit Demenzerkrankungen richtet, hat sie ins Leben gerufen. Die von ihr gegründete Klangbrettgruppe bereichert viele Veranstaltungen in und außerhalb der Sozialstation musikalisch und bindet dabei alle Generationen mit ein. "Hildegard Kohl hat sich durch ihr herausragendes Engagement als wahre Pionierin auf dem Gebiet der Versorgung und Betreuung von alten und kranken Menschen erwiesen", würdigte Ministerin Müller.

Irmgard Buschhausen, Amberg

Seit über zehn Jahren ist Irmgard Buschhausen im Vorstand der von ihr mitgegründeten Amberger Tafel tätig. In dieser Funktion zeigt sie nicht nur ein vorbildliches Engagement für Bedürftige, sondern ist auch ein hervorragendes Beispiel, wie aus einem spontanen Impuls des Mitgefühls eine nachhaltige Bewegung werden kann.

Als Buschhausen im Jahr 2004 im Nachbarort Neumarkt den Betrieb einer Lebensmittelausgabe erlebte, war die Frage nach einem derartigen Betrieb in Amberg schnell geboren. Über den daraufhin kontaktierten Oberbürgermeister Wolfgang Dandorfer lernte sie ihre zukünftigen Mitstreiterinnen, Beate Binder und Brigitte Netta, kennen, die das gleiche Ziel verfolgten.

Dank der Unterstützung des Kolpingwerks sowie zahlreicher Sponsoren und Privatspender konnte sie im Jahr 2005 die Amberger Tafel gründen. Dort betreut sie circa 70 Lebensmittelmärkte, die Lebensmittelabholung und die Hilfe bei der Lebensmittelausgabe. Bei laufenden Aktionen - meist unter Einbeziehung der Jugendlichen vor Ort - ist sie selbstverständlich ebenfalls mit dabei.

"Irmgard Buschhausen lebt die Begriffe Nachhaltigkeit, Humanität, Teilhabe und soziale Verantwortung und hat den Tafel-Betrieb in Amberg so zu ihrer zweiten Familie gemacht", stellte Müller heraus und bedankte sich für diesen Einsatz.
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