Mischkonzern als Familie

Kleiner Zugverkehr: Die MHT übernimmt auch den Rangierdienst für das Rohrwerk, ein Spezial-Unimog zieht die Waggons in Position. Bild: Gebhardt
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
24.07.2015
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Vom Schlackenfahrdienst zum Multi-Angebot: eine Entwicklung, die sich nun über zwei Jahrzehnte hinzieht - die Maxhütte Technologie (MHT) mit ihren rund 180 Mitarbeitern betreut eine Vielzahl von Geschäftsfeldern. Vor 20 Jahren hob man sie aus der Taufe. Im Rückblick zeigt sich erst die abenteuerliche Geschichte. Fast hätte sie sogar die Neue Maxhütte übernommen.

Kleiner Anfang, steter Aufstieg, flexible Arbeitszeit, Beständigkeit am Markt. Und das alles noch zu guten Löhnen mit Gewinnbeteiligung: Stillschweigend hat sich die MHT aus kleinen Anfängen zur Multi-Firma mit gut 180 Mitarbeitern entwickelt. Ihr Erfolgsrezept: gemeinsame Strategien von Arbeitgeber und -nehmern.

Start mit 18 Mann

Die Anfänge gehen auf die Hütte zurück: Da gab es die DSU, die Duisburger Schlackenunion, die Hochofenabfälle aufbereitete und verwertete. 1995 übernahm die MHD, damals nur als Firmenmantel in der Aicher-Gruppe existent, die Niederlassung. Am 1. Juli 1995 wurde Karl Reyzl als Geschäftsführer bestellt - er blieb es bis 2012 und konnte auf viele Mitarbeiter der ersten Stunde zählen.

Damals hatten die Männer ausschließlich Schlackentransporte zur Aufbereitung zu fahren mit ihren Lastwagen. Jede Ersatzteilbeschaffung gestaltete sich als Herausforderung. 18 Mann arbeiteten im Schichtbetrieb. Erst die MHD machte Schlacke und Industriegestein salonfähig durch Qualität und Kontrolle.

Schon damals hatte die MHD ein gutes Verhältnis zur "Übermutter" Maxhütte. Die kontinuierliche Entwicklung der MHD führen im SRZ-Gespräch Geschäftsführer Wolfgang Eichenseer und sein Vorgänger Karl Reyzl auf zwei wesentliche Faktoren zurück: die Leistungsbereitschaft des Teams, das stets Flexibilität insbesondere bei Arbeitszeit und Einsatzort bewiesen habe, wenn es dringende Aufträge nötig machten, und zum anderen auf wichtige Leistungsträger innerhalb der Firma.

Gute Vereinbarungen

Dazu komme ein Betriebsrat, der fähig gewesen sei, Situation und Chancen zu erkennen und der bereit war, unkonventionelle Wege mitzugehen. Viele ungewohnte Vereinbarungen waren zu vermitteln; es dauerte schon, bis sich Haustarif, 40-Stunden-Woche und das Modell, Weihnachts-, Urlaubsgeld und Gewinnbeteiligung gemeinsam jeden Monat auszuzahlen, durchgesetzt hatten.

Qualifikation gefragt

Das Ziel der Flexibilität sei, darin sind sich Arbeitgeber und -nehmervertretung einig, schwierige Phasen ohne personelle Konsequenzen zu überbrücken. Inzwischen betrachte sich die Firma als große Familie: Kein Klischee, sondern Produkt langer Entwicklung, geprägt von gegenseitigem Vertrauen. Die jährliche Betriebsfeier beweist das. "Billiglöhne gibt es bei MHD nirgends, wir legen großen Wert auf Qualifikation."

Der Ausbau und Betrieb des Berufsbildungszentrums der MHT im Jahr 2006 war eine Fortführung des geschlossenen Berufsbildungszentrum der IHK, nicht nur für eigene Azubis. Auch viele Unternehmen am Ort profitieren von dieser mutigen Lösung. Ob Anlagenbau, Steuerungs- und Automatisierungstechnik, Elektronik, Metallbearbeitung oder bei Dienstleistungen jeder Art: Sichere, gut bezahlte Arbeitsplätze sind nicht umsonst zu haben, das wissen alle, und so arbeiten Stammbelegschaft und Befristete weiter daran, so viele Mitarbeiter wie möglich dauerhaft zu sichern.

Mit Rohrwerk verbunden

Einen Großteil des Umsatzes macht die Maxhütte Technologie aber mit dem Rohrwerk Maxhütte. Die Wirtschaftskrise und die Entwicklungen auf dem Weltröhrenmarkt haben im Verein mit den angelaufenen Tarifverhandlungen im Rohrwerk auch ihre Auswirkungen auf den Partner. Die MHT stellt immerhin noch rund 60 Zeitarbeiter für das Rohrwerk, die Produktionsspitzen abdecken helfen. Aber wie immer bleibt man bei der MHT optimistisch.
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