Mit einer Überdosis Gefühl

Spider (links), der "oide Fräind", bereichert die M.T.M.-Lieder mit seinen Blasinstrumenten. Neben ihm (von links) Mathias Kellner, Tobias Heindl und Martin Dietl. Bild: hka
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
02.02.2015
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"I am from Austria" hat gefehlt , sonst aber waren sie alle vertreten, die Ohrwürmer des Austro-Pops. Der "Großvater" wurde besungen, der "Steirer-Bua aus Fürstenfeld" und der Aussteiger mit den Füßen im griechischen Sand. Nur, es waren nicht Ambros, Fendrich oder S.T.S, es war die Band M.T.M., und es war Austro-Pop aus Bayern, der im Seidel-Saal erklang.

Sie nennen sich M.T.M. nach den Anfangsbuchstaben ihrer Vornamen: Mathias, Tobias und Martin. Seit gut zwei Jahren geben sie zusammen Konzerte, nur drei oder vier im Jahr, für eines davon konnte sie die Kulturwerkstatt gewinnen.

Sie traf damit ins Schwarze, denn der Seidel-Saal war vollbesetzt mit Fans und Experten des Austro-Pops. Eine Hommage an die großen österreichischen Liedermacher S.T.S., Wolfgang Ambros, Georg Danzer und Rainhard Fendrich ist das Repertoire von M.T.M.

Mathias Kellner, Sänger und Gitarrist der gleichnamigen Band Kellner, Tobias Heindl, Geiger und Sänger bei Fiddler's Green und Martin Dietl, der Architekt aus Regensburg, der als Gitarrist und Sänger dabei ist, sie verbindet die Liebe zu den Liedern der mittlerweile legendären österreichischen Künstler, "an denen wir uns probieren", wie sie sagen.

"Spider" als Verstärkung

Verstärkung erhalten sie von Spider, "am oiden Fräind", der mit Trompete, Tenorhorn und auch als Gitarrist und Sänger einige Darbietungen bereichert. Austro-Pop aus Bayern beschreiben die Oberpfälzer Musiker ihren Stil. Genau wie ihr großes Vorbild S.T.S. haben sie eine Reihe zeitloser Lieder unter anderem von den Beatles übernommen und ihnen einen neuen, Text gegeben, in dessen Klangfärbung sich die Grenzen zwischen Oberpfalz, Südbayern und Österreich durchaus angenehm vermischen. Mit "Wohin geht die Fahrt, wohin die Reise?", starten sie ihr Programm, brauchen nur drei Hocker, ihre Instrumente und ihre Stimmen. "Da kummt die Sunn", "Fürstenfeld", "Großvater" und "Gö, du bleibst heut Nacht bei mir", das Publikum im Seidel-Saal kennt sie alle, die Ohrwürmer, singt mit, klatscht mit, jubelt, als stünden die Original-Steirer auf der Bühne.

Dazu muss gesagt werden, dass M.T.M. aber neben den selber verfassten Texten auch für eigene Kompositionen steht. In ihren Liedern geht es um Alltägliches, um Liebe und Abschied, ums Älterwerden, um Träume und ums Unterwegssein in der Welt wie auch in den Beziehungen. Zu Glanzlichtern werden die Songs, wenn Tobias Heindl seine grüne Gitarre zur Hand nimmt und - ganz Profi - den Bogen streicht. Auch Martin Barth alias "Spider" trägt mit seinen Blasinstrumenten dazu bei.

Tiefe Aaaaah-Seufzer des Publikums begleiten die Balladen, in denen es um Herz und Schmerz geht. Von der "Überdosis G'fühl" ist die Rede, vom mit der Geige untermalten Liebeslied "Langsam wachs ma zamm", von Leonhard Cohens "Halleluja" und der Liebeserklärung an die Heimat "Durt bin i daham".

Wiederkehr angekündigt

Dass "Irgendwann bleib i dann dort", die griechische Aussteigerhymne, das zärtlich-sentimentale "Mach die Aug'n zua" der "Altmodische Hund" und die Klage "Kalt und immer kälter" über verloren gegangene Gefühle nicht fehlen dürfen, wissen die drei Musiker. Und auch, dass sie um Zugaben nicht herumkommen. Drei werden erklatscht und auch das Versprechen der Band, wieder zu kommen, wenn das Publikum es will. Fred Tischler, der Chef der Kulturwerkstatt, wird dies notiert haben.
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