Mit Stahlnetz in der Felswand

Dieser überlappende Fels wird mit Spannseilen und Ankern gesichert.
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
04.11.2014
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Immer wieder fallen Steine und kleine Felsbrocken auf Dächer und in Gärten unterhalb des Schlossbergs. Den Anwohnern ist schon längere Zeit nicht mehr ganz wohl. Sie riefen nach Sicherungsmaßnahmen. Jetzt hängen Experten mit Spezialgerät in den Felsen - hoch über dem "Dorf".

Die Maßnahmen am Schlossberg seien wegen der Gefahrensituation unausweichlich geworden: Gerhard Schustek, Abteilungsleiter beim Staatlichen Bauamt, stellte das beim Ortstermin klar. Für die aktuellen Sicherungsmaßnahmen werden sich die Kosten auf rund 90 000 Euro belaufen.

Die nicht gerade einfachen Arbeiten im Felsgelände führt die Würzburger Firma Königl aus. Mit dem Abschluss der Sicherung wird, bei guter Witterung, Ende November gerechnet. Einzelheiten zu den Arbeitsabläufen erläuterte Diplom-Geologe Jochen Wolf vom Ingenieurbüro Dr. Spang aus Nürnberg. Zur Sprache kamen dabei Spezialmaßnahmen wie die "Beräumung" (Entfernung von losen Teilen), Vernagelung, Übernetzung, Unterfangung und Spritzbetonsicherung in den neuralgischen Bereichen.

Markante Kuppe

Gerhard Schustek ging mit Projektleiterin Sabine Beyerlein auch auf die landschaftlichen Gegebenheiten ein: "Der Schlossberg überragt als markante Felskuppe mit dem Ehrenmal auf dem Gipfelplateau den historisch gewachsenen Kern des Ortsteils Rosenberg. Der Zentralbereich der rund zwei Hektar umfassenden Erhebung befindet sich im Eigentum des Freistaates Bayern."

In der direkten Umrandung der Bergkuppe schließen sich bebaute Privatgrundstücke und öffentliche Verkehrsflächen an. An allen Flanken außer im Norden des Schlossbergs werde die Siedlung von bis zu 20 Meter aufragenden, markanten Felsformationen begrenzt, überwiegend auf den Freistaat-Grundstücken. "Wegen der direkten Witterungseinflüsse und der Nähe zu den angrenzenden Privatgrundstücken waren Gefährdungen durch Felsabstürze nicht auszuschließen", gab Schustek zu bedenken. Deshalb ordnete der Freistaat, vertreten durch das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach, geotechnische Untersuchungen an. Bereits 2011 liefen Untersuchungen in einem Teilbereich - Auftraggeber war damals die Stadt Sulzbach-Rosenberg.

Risiko beurteilt

Das Ingenieurbüro Dr. Spang bekam vom Bauamt den Auftrag, die Felsbereiche am Schlossberg "abzuklopfen". Es folgten Aufnahme, Standsicherheitsuntersuchung und Risikobeurteilung. Dabei stellten die Experten fest, dass tatsächlich abschnittsweise Steinschlag-, Blockschlag- und Felssturzrisiken bestehen. Sie legten je nach Dringlichkeitsbereich Sicherungs- und Sanierungsschritte fest.

Wegen der Arbeiten seien Straßensperrungen notwendig gewesen. Staubemissionen kämen in geringem Maße vor, auch Lärm sei nicht zu vermeiden. Die Bohrarbeiten würden jedoch nicht in den Morgen- oder Abendstunden umgesetzt, beruhigte Abteilungsleiter Schustek Richtung Anwohner. "Fragen des Naturschutzes haben wir mit den Behörden abgestimmt."
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