Mitreißend und dynamisch

Der Frauenchor "Herznote" der Städtischen Sing- und Musikschule (links) sowie die Nürnberger Band "Katlanovski Express" begeisterten in der Synagoge das Publikum. Bild: gac
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
25.05.2015
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"Israel around the World" - Israel in aller Welt: Nichts hätte das Motto des Konzerts in der Synagoge besser verdeutlichen können als das Eröffnungslied "Bei mir bistu schein".

Es wurde von Sholom Secunda, einem in der Ukraine geborenen Juden, in New York für ein jiddisches Musical geschrieben. Die Andrews Sisters machten es mit einem englischen Text zum Welthit.

Der Frauenchor "Herznote" der Städtischen Sing- und Musikschule sang souverän, mit sauberen Harmonien und gutem Rhythmusempfinden. Chorleiterin Sylvia Schulz hatte ein buntes Programm einstudiert. Von jiddischen Volksliedern wie "Tum balalaika" über Gospel-Balladen ("When you believe") bis zu Felix Mendelssohn-Bartholdys Vertonung des Psalms 121 "Hebe deine Augen auf zum Herrn" spannte sich der Bogen. Der Chor sang mitreißend und dynamisch. Insbesondere die Unisono-Passagen waren sehr sauber. Schulz begleitete einige Stücke am elektrischen Klavier und sang bei anderen einfach mit.

Goldenes Jerusalem

Im zweiten Teil verlagerte sich der Schwerpunkt auf Musik aus dem heutigen Israel wie "Ime ma tov" und "Goldenes Jerusalem", das mit hebräischem und deutschem Text gesungen wurde. Das fröhliche und rhythmische "Halelluja" war ein besonderer Höhepunkt. Einen instrumentalen Kontrapunkt zur "Herznote" setzte die Nürnberger Band "Katlanovski Express". Sie spielen Musik vom Balkan, dem Schmelztiegel Europas. Türken, Griechen, Ungarn und Roma haben diese Musik beeinflusst. Der Sound von "Katlanovski Express" wird durch Altsaxophon, Klarinette und Tuba dominiert, stückweise ergänzt durch Gitarre, Geige und Schlaginstrumente. Und der Express ging zügig ab. Ob bei den türkischen Klängen von "Osman Aga" oder dem Roma-Hit "Oba Zupa", stets forderten flotte Beats große Beweglichkeit von den Musikern.

Obwohl die Akustik der Synagoge mit ihrem langen Nachhall nicht optimal für diese Musik ist, sprang der Funke schnell über. Zum Schluss gab es dann mit dem Lied von den drei Hirten, die von einer Lawine verschüttet werden, noch etwas Ruhigeres mit großartigen altslawischen Harmonien. Ein echter Hörgenuss! Das Publikum applaudierte begeistert und bekam noch eine Zugabe.
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