Mobbing im Keim ersticken

Jeder Schulleiter kam mit seiner "Mannschaft" zum Vortrag "Classroom Management" an der Walter-Höllerer-Realschule: Wolfgang Pfeifer (Realschule), Referentin Professor Dr. Beate Schuster (LMU München), Dieter Meyer (HCA-Gymnsaium) sowie Peter Danninger (Krötensee-Mittelschule) (von links). Bild: lhc
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
10.11.2014
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Drei Schulen, ein Ziel: Im Klassenzimmer soll es menschlich zugehen. Und natürlich geordnet. Dabei ist es ganz einfach, für gute Manieren zu sorgen, erklärte die Referentin den zahlreichen Lehrern: "Bitte" und "Danke" sind schon mal ein guter Anfang.

"Classroom management" nannte Professor Dr. Beate Schuster von der Ludwig-Maximilian-Universität München ihren informativen Vortrag für über hundert Lehrer der Krötensee-Mittelschule, der Walter-Höllerer-Realschule und des Herzog-Christian-August-Gymnasiums. In der Aula der Realschule gab die Professorin zahlreiche Denkanstöße und praktisch umsetzbare Tipps, um sowohl Disziplinlosigkeit als auch Mobbing im Klassenzimmer im Keim zu ersticken.

"Ich freue mich besonders vor Lehrern drei verschiedener Schularten zu referieren." Disziplinlosigkeit sei ein idealer Nährboden für entstehendes Mobbing. Schüler würden schnell merken, dass Regelverstöße bei mangelnder Disziplin möglich seien, und die Hemmschwelle für Mobbing ginge ebenfalls zurück. "Anything goes" führe relativ schnell zu einer Eskalation.

"Ein bis zwei von Mobbing betroffene Schüler pro Schulklasse sind der Durchschnitt", erklärte die Professorin den interessierten Lehrern und appellierte zugleich, dass die Eltern betroffener Mobbingopfer voll hinter ihren Kindern stehen müssen, damit sie in der Klasse nicht komplett untergehen.

Ein Lächeln wirkt

Um ein gewünschtes Verhalten zu erreichen, sei es deutlich wertvoller, angemessenes Verhalten zu belohnen als unangemessenes Verhalten zu bestrafen. "Die Wörter ,Bitte' und ,Danke', ein warmer Blick und ein Lächeln haben bei Schülern eine weit größere Wirkung, als Sie sich das vorstellen", so Schuster. Eine Modulation der Stimmlage sei eine gute Möglichkeit, die Aufmerksamkeit wieder auf die Lehrkraft zu ziehen.

Spontane, unerwartete Belohnungen, die mit einer Leistung im Zusammenhang stehen, würden nachhaltige Wirkung erzielen. "Ermöglichen Sie mit durchdachter Sitzordnungen Kontakte untereinander, ändern Sie diese wieder nach einigen Wochen", riet die Professorin, "geben Sie den Schülern die Zeit, die sie brauchen, Aufgaben zu erledigen."
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