Moritz Pöllath über seinen Chef, den designierten FDP-Vorsitzenden Christian Lindner
Führungsstark, zugänglich, sachlich

Nach der Haushaltsdebatte am Mittwoch im Düsseldorfer Landtag nahm sich Christian Lindner (links) Zeit für ein Foto mit Moritz Pöllath, um das die AZ gebeten hatte. Pöllath arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter für Lindner. Der ehemalige FDP-Generalsekretär, jetzt 34, war mit 21 Jahren der jüngste Abgeordnete in der Geschichte des Landtags von Nordrhein-Westfalen. Bild: hfz
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
25.09.2013
34
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Noch am Montag hat Moritz Pöllath, der lokale Bundestags-Direktkandidat der FDP, im AZ-Interview etwas zerknirscht das schlechte Abschneiden seiner Partei kommentiert. Doch bereits wenige Stunden später hatte der 31-jährige Sulzbach-Rosenberger Grund zur Freude: Christian Lindner, der FDP-Fraktionsvorsitzende im Düsseldorfer Landtag und derzeitige Chef von Pöllath, soll neuer Vorsitzender der Bundespartei werden. Daraus entstehen neue Fragen.

Herr Pöllath, Sie arbeiten für Christian Lindner als wissenschaftlicher Mitarbeiter im nordrhein-westfälischen Landtag. Warum tut er sich Ihrer Meinung nach diese schwierige Aufgabe als FDP-Bundesvorsitzender jetzt an? Im Jahr 2011 ist er ja offensichtlich noch davor zurückgeschreckt.

Pöllath: Manchmal kann man den Zeitpunkt selbst bestimmen, manchmal kommt er von ganz allein: Ich bin glücklich, dass Christian Lindner jetzt Verantwortung für die Neuaufstellung unserer Partei übernehmen will, da die Notwendigkeit durch das Ergebnis der Bundestagswahl eingetreten ist. Ich traue ihm zu, dass er den Freien Demokraten den Respekt zurückgeben kann und dass die Partei mit ihm die Chance einer Neuorientierung erhält.

Welche persönlichen Eigenschaften würden Christian Lindner denn helfen, die Aufgabe auf diesem Schleudersitz erfolgreich zu bewältigen?

Pöllath: Ich erlebe Christian Lindner als sehr kompetenten und beliebten Vorsitzenden der Landtagsfraktion der FDP in Nordrhein-Westfalen. Genau diese Führungsstärke und sein zugängliches wie auch sachliches Auftreten, das Bürger über die Parteigrenzen hinweg erreicht, werden ihm zu Anerkennung bei dieser wichtigen Aufgabe helfen. Eine Stärke sehe ich auch darin, dass er über die Generationen hinweg junge wie ältere FDP-Mitglieder anspricht und die Begeisterung für die liberale Partei bei ihnen immer wieder aufs Neue weckt.
Wie sind Sie denn Mitarbeiter bei Christian Lindner geworden? Einfach mal so bewerben dürfte da ja wenig aussichtsreich sein.

Pöllath: Als 2012 die rot-grüne Minderheitsregierung in Nordrhein-Westfalen scheiterte und es zu Neuwahlen kam, hatte ich mich dort in Köln im Wahlkampf engagiert. Nach dem erfolgreichen Wahlkampf, den Christian Lindner und die nordrhein-westfälischen Liberalen mit dem Motto "Lieber neue Wahlen als neue Schulden" erfolgreich geführt hatten, bin ich am 1. Dezember 2012 im Rahmen einer Schwangerschaftsvertretung nach Düsseldorf gekommen. Damals war die FDP noch im Maximilianeum vertreten und ich wollte mithelfen, dass die FDP auch in Nordrhein-Westfalen stark bleibt. Die Ironie der Geschichte: Jetzt ist es genau umgekehrt, und nun möchte ich mich für den Wiederaufbau der FDP in Bayern einsetzen.

Wäre die Tätigkeit als Mitarbeiter von Lindner nach den neuen Entwicklungen eine längerfristige berufliche Perspektive für Sie? Oder steuern Sie doch eher den "sicheren" Beruf des Lehrers an - und dann womöglich in der bayerischen Heimat?
Pöllath: Die längerfristigen Perspektiven, im politischen Bereich zu arbeiten, sind leider durch die Landtagswahlen in Bayern und im Bund geschrumpft. Für mich steht daher der Abschluss meiner Promotion jetzt im Vordergrund, und schon länger zieht es mich beruflich in meine Heimat zurück. Dass ich demnächst womöglich als Englisch- und Geschichtslehrer beginnen werde, möchte ich gar nicht ausschließen.
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