Moskitonetz und Süßes

Manfred Härtl (Zweiter von rechts), Vorsitzender der Nepal-Hilfe, mit seinen Mitstreitern vor dem baufälligen Schul-Nebengebäude. Hier wird ab Dezember ein Neubau mit vier Klassenzimmern entstehen.
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
01.10.2015
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Das Erdbeben traf Nepal völlig unvorbereitet. Am 25. April kam eine Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes über das arme Land. Millionen Nepalesen müssen jetzt in Notunterkünften leben. Auch Gerkhutar blieb nicht verschont. Manfred Härtl, Vorsitzender der Nepal-Hilfe, sammelte hier Spenden. Jetzt überzeugte er sich selbst, dass die Unterstützung ankommt.

Trotz des immensen Leides, das mit dem großen Unglück über den Himalaya-Staat kam, gibt es eine Erfolgsgeschichte: Der Verein "Wir helfen Nepal" freut sich mittlerweile über ein Spendenaufkommen von rund 80 000 Euro. Zweckgebunden wird es im 800 Einwohner zählenden Ort Gerkhutar eingesetzt, wo der Zusammenschluss aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach eine Schule betreibt.

Im Vordergrund stand zunächst für die 240 Schüler die Freude über Süßigkeiten, die es immer gibt, wenn sich Besuch aus Deutschland angemeldet hat. "Nach der Instandsetzung des Haupt-Schulgebäudes läuft der Unterricht seit einigen Wochen - zwar sehr beengt, aber er läuft", berichtet Härtl von seinem jüngsten Aufenthalt in Nepal.

Schulgeld übernommen

Bis dato seien 25 000 Euro ausgegeben worden, um das Haus zu renovieren und seine Elektroanlage zu überprüfen und erneuern. Mit der Übernahme des Schulgeldes für alle Kinder für ein ganzes Jahr werden die Eltern spürbar entlastet, da der Wiederaufbau hohe Kosten verursache. Und als praktische Hilfe freuten sich die Schüler über Regenschirme und Moskitonetze, um die Monsunzeit etwas abzumildern.

Wie bereits berichtet, zog das starke Beben das Zweitgebäude der Bildungseinrichtung gewaltig in Mitleidenschaft. Aufgrund der immensen Schäden muss der Bau, der drei Klassenzimmer beherbergte, komplett abgerissen werden. Mit dem Neubau dieses Gebäudes - dann allerdings mit vier Räumen - soll Anfang Dezember begonnen werden. Hier berücksichtigt man nach den Planungen eines Architekten aus Kathmandu modernste und erdbebensichere Richtlinien.

Staat versagt völlig

Nach Abschluss dieser wichtigen Maßnahme, die nach Härtls Angaben rund 50 000 Euro kostet, wird die Spendensumme aufgebraucht sein. Deshalb werde weiter Geld gesammelt, um die Not der Bevölkerung zu lindern. Hier versage nach Angaben der Unterstützer der nepalesische Staat komplett, der noch immer die zugesagten Hilfsgelder nicht freigegeben hat.

Umso dankbarer sind die Bewohner Gerkhutars für die Hilfe aus der Oberpfalz. Die Koordination vor Ort übernimmt Om-Tochter Shreesa Shresta. Im Team werden die Verteilung der Gelder und die Richtigkeit der Belege kontrolliert. "Wir können garantieren, dass alle Spenden direkt bei den Erdbebenopfern ankommen", versichert Manfred Härtl im SRZ-Gespräch.
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