München erteilt klare Abfuhr

An der staatlichen Walter-Höllerer-Realschule in Sulzbach-Rosenberg gehen seit einigen Jahren die Schülerzahlen deutlich zurück - das schafft freie Kapazitäten, meint das Kultusministerium. Bild: Gebhardt
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
09.06.2015
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Für eine weitere Realschule im Landkreis sieht das Kultusministerium keinen Bedarf. Zumindest momentan nicht. Dies geht aus einem Schreiben an Landrat Richard Reisinger hervor.

In einem Brief hatte am 17. Mai der Landkreis-Chef in der Landeshauptstadt angefragt, ob eine weitere staatliche Realschule im Landkreis aus Sicht des Staatsministeriums genehmigungsfähig sei. Laut Antwort wird die Realschule Amberg seit dem Schuljahr 2011/2012 saniert, wegen des Raumbedarfs findet der Unterricht derzeit in zwei weiteren Gebäuden statt. Um die aktuelle Situation zu entspannen, sei am 13. Januar bei einer Sitzung mit allen Beteiligten eine Lösung beschlossen worden: Da die Realschule Sulzbach-Rosenberg aufgrund der demografischen Entwicklung noch genügend Kapazitäten hatte, um zusätzliche Schüler aufzunehmen, soll zum Schuljahr 2015/2016 ihr Einzugsgebiet erweitert werden.

Umverteilung akzeptiert

Das Ministerium zitiert die Schulleiter, Matthias Schall (Amberg) und Wolfgang Pfeifer (Sulzbach-Rosenberg), wonach die Entscheidung zur Umverteilung der Neuanmeldungen von den betroffenen Eltern akzeptiert werde. Auch hätten sich bei den Anmeldungen zum neuen Schuljahr an keiner der beiden Einrichtungen Probleme ergeben. Da an der Walter-Höllerer-Realschule in Sulzbach-Rosenberg seit einigen Jahren die Schülerzahlen deutlich zurückgingen, können seit zwei Jahren nur noch vier - statt zuvor fünf - Eingangsklassen gebildet werden. Selbst für den Fall, dass durch die Umlagerung der Schülerströme wieder eine fünfte gebildet werden müsse, seien dafür Kapazitäts-Freiräume vorhanden. Ein Anstieg der Schülerzahlen ist nicht zu erwarten, hieß es aus München.

Eine Auslagerung von einzelnen Klassen nach Hirschau als eine Art ,,Vorstufe" zu einer neu zu gründenden Realschule sei daher aufgrund der zurückgehenden Schülerzahlen, aber auch aus pädagogischen Gründen nicht zielführend. Das Kultusministerium ging in seiner Antwort auch auf Prognosen ein, die Landrat Richard Reisinger übermittelt hatte. Diese würden einen weiteren Rückgang der Schülerzahlen an beiden Realschulen bestätigen.

Zahlen sprechen dagegen

In der Hochrechnung für Hirschau für 2034 gehe das Landratsamt davon aus, dass 28 Kinder übertreten. Mit dieser Zahl könnte nur eine Klasse gebildet werden, eine geplante neue Schule wäre nur einzügig. Analog gelte dies für eine Schul-Neugründung in Kümmersbruck (26 Schüler in der Eingangsklasse im Jahr 2034) Eine neue Realschule müsste dagegen mindestens dreizügig (rund 550 Schüler), im Falle einer Kooperation mit einer Mittelschule mindestens zweizügig (etwa 350 Schüler) sein, lautete die Erklärung aus München.

Eine Neugründung würde zudem die anderen Realschulen in ihrem Bestand erheblich beeinflussen, so das Ministerium weiter. Anhand der Prognosen würden sich die Klassen in Sulzbach-Rosenberg von aktuell 27 auf 19 verringern. Daher sieht das Kultusministerium derzeit keinen Bedarf für eine weitere staatliche Realschule im Landkreis.
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