"Müssen nichts verkaufen"

Für den Eigenverbrauch des PV-Stroms setzt sich Klimaschutzmanager Vincent Clarke ein. Bild: Royer
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
08.11.2015
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Klimaschutzmanager Vincent Clarke hatte die Idee zur sogenannten Photovoltaik-Eigenverbrauchsinitiative. Der Landkreis unterstützte sie nach Kräften. Plötzlich wurde es dann ruhig um das gutgemeinte Projekt, denn ein Mitbewerber hatte quasi den Stecker gezogen. Doch jetzt kann die Aktion wieder störungsfrei laufen.

Zu den Hintergründen suchte die SRZ das Gespräch mit dem Klimaschutzmanager der Stadt Sulzbach-Rosenberg. Vincent Clarke erläuterte dabei die Vorteile der Aktion und die Hürden, die in den vergangenen Monaten genommen werden mussten.

Was ist die PV-EV-Initiative?

Vincent Clarke: Über die Photovoltaik, den PV-Eigenverbrauch und auch die Rentabilität von PV haben sich hartnäckige Gerüchte verbreitet, die zu einer Verunsicherung beitragen. Die Initiative hat das Ziel, mit der Unterstützung vieler Umwelt- und Klimaakteure und der Zusammenarbeit der PV-Fachfirmen, die Mitmenschen über den Eigenverbrauch bei Photovoltaik aufzuklären.

Was soll mit der PV-EV-I erreicht werden?

Clarke: Unser persönliches Ziel ist, dass durch die Aufklärungsarbeit gezeigt wird, dass Klimaschutz auch eine persönliche Wertschöpfung erzeugen kann. Am einfachsten und unkompliziertesten ist dabei die Photovoltaik mit Eigenverbrauch im eigenen Haushalt oder dem Gewerbe. Wer sich mit Photovoltaik und deren Wirtschaftlichkeit einmal richtig auseinandersetzt, hat eigentlich selten noch Gründe, diese Möglichkeit nicht zu nutzen.

Um den Erfolg der Aufklärungsarbeit zu messen, wurde auch ein Umsetzungsziel beziffert. So wollen wir erreichen, dass eine Neuinstallation mit einer Gesamtleistung von mindestens 1 Megawatt erreicht wird. Dies entspricht etwa 200 PV-Anlagen in der Größe einer für den Privathaushalt ausreichenden Anlagenleistung von 5 kWp.

Im alten Flyer war noch ein Angebot vorhanden, nun taucht es nicht mehr auf. Was ist passiert?

Clarke: Das Angebot sollte aufzeigen, welche Komponenten wir für ein Rundum-Sorglos-Paket empfehlen und zu welchem Preis dies zu haben ist. Dieser Beispiel-Preis wurde uns als Preisabsprache ausgelegt und von der bayrischen Kartellbehörde angemahnt. Nun mussten wir nachbessern und haben uns vor dem neuen Anlauf durch die Behörde die Rechtmäßigkeit prüfen lassen. Wir empfehlen jetzt die Komponenten, welche im Angebot vorkamen ohne den Preis zu nennen, der vorher dahinter stand.

Warum legen Sie einen solchen Wert auf den Inhalt des Beispielangebots?

Clarke: Wir Klimaschutzmanager müssen den Leuten nichts verkaufen. Werden die Landkreisbewohner aber durch unsere Initiative zum Kauf animiert, darf kein unzufriedener Kunde dabei sein, der durch Pfusch oder schlechte Komponenten langfristig Nachteile hat. Dies würde allen vorherigen und nachfolgenden Aktionen der Klimaschutzmanager schaden.

Welche Vorteile hat ein Angebot aus diesen Komponenten?

Clarke: Es ergibt einfach ein Rund-um-Sorglos-Paket: Namhafte deutschsprachige Hersteller. Abstimmung der Komponenten untereinander. Minimalste interne Anlagenverluste für einen höheren Stromertrag durch Kreuzschienensystem und der Verwendung von 6mm²-Solarleitungen. Verhinderung des Ziegelbruchs durch Einsatz von Blechdachziegel. Dynamische 70%-Regelung. PV-Anlagenversicherung von fünf Jahren und Anlagenüberwachung zur Kontrolle und Ertragsübersicht inklusive. Dies und weitere Vorteile, welche sie selten in anderen Angeboten finden. Diese Qualität sichert die Freude an einer PV-Anlage und erhöht die Rentabilität.

Wie und wo kann man sich über die Initiative informieren?

Clarke: Die meiste Informationen kann man bei den vielen geplanten Abendveranstaltungen erhalten. Hier klären wir nochmals genau über den Nutzen und die Wirtschaftlichkeit der Photovoltaik mit Eigenverbrauch auf, beschreiben die Vorteile des Aktions-Angebots genauer und gehen auf konkrete Fragen der Besucher ein. Begleitet wird dies mit Plakaten und Flyern, die überall im Landkreis ausliegen und zumindest in jedem Rathaus erhältlich sind. Zudem kann sich jeder auf www.pv-eigenverbrauchsinitiative.de oder direkt bei den PV-Fachfirmen des Landkreises informieren.
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