Musik und Film bei der langen "Rote Nacht"
Gospelsong und Tango-Orgel

Der Laufer Gospelchor "Vocal Sound of Praise" erhielt violettes Licht.
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
29.09.2014
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Altarmosaik und Orgel sind in dramatisches Rot getaucht, kleine Windlichter weisen den Besuchern den Weg durch die dunkle Christuskirche: Die lange "Rote Nacht" bietet aber auch musikalische Hochgenüsse. Und am Ende sogar noch einen Film.

Kaum ein freier Platz, als "Rosehill Brass" , ein Ensemble aus den Reihen des Rosenberger CVJM-Posaunenchors, mit dem Stück "John Brown" in die Kirche einzog. Den Bläsern folgte der Sulzbacher Gospelchor"Voices of Joy". Im Altarraum warteten schon die Streicher vom "Hubertquartett", Johannes Mühldorfer am Schlagzeug, Kontrabassist Franz Szabo und Saxophonist Stefan Frank und begleitete den bestens disponierten Chor.

Der Gesang war üppig, sinnlich, raumfüllend. Auch die Männerstimmen, obwohl zahlenmäßig schwach, erwiesen sich als stark. Dekanatskantor Gerd Hennecke hatte ein vielfältiges Programm vorbereitet, das nicht nur Klassiker wie "Oh happy day" oder "Down by the riverside" beinhaltete, sondern auch ein schwungvolles Medley aus "Sister Act" und einen Ausschnitt der "West Side Story".

Hier ließen die Sänger und Instrumentalisten den amerikanischen Traum in der Oberpfalz lebendig werden - großartig! "Rosehill Brass" spielte mit Leidenschaft und Gefühl teils Gospel, teils amerikanische Bläsermusik. Vor allem die Solotrompeterin war herausragend.

Anderer Schwerpunkt

Nach der Pause mischte sich Violett ins rote Licht, diese Veränderung im Beleuchtungsdesign zeigte, dass ein anderer Chor mit anderen Schwerpunkten den zweiten Teil gestalten würde. Der Laufer Gospelchor "Vocal Sound of Praise" wurde nur von Piano und Snaredrum begleitet.

Die Sänger unter Leitung von Markus Kumpf präsentierten Lieder voller Leben und Freude. Sie nahmen direkt mit dem Publikum Kontakt auf und rissen es mit. Machtvoll wie ein breiter Strom war "Shine, Jesus, shine", beim gefühlvollen "Shine your light", hätten viele Zuhörer gern ein Feuerzeug geschwenkt.

Beim dritten Teil der Roten Nacht versammelten sich die Freunde der Orgelmusik auf der Empore, um zwei besondere Werke zu genießen. Hennecke spielte zusammen mit dem Saxophonisten Stefan Frank die "Petite Suite Latine" von Jérôme Naulais, mit der die beiden Musiker ihre Zuhörer nach Südamerika entführten.

Henneckes sehr farbige Registratur zeigte, dass die große Schmid-Weigle-Orgel sich keineswegs nur für Kirchenmusik eignet, sondern auch zum Tanzen verführt. Die akzentuierten Rhythmen beim "Paso doble", die Lebenslust beim "Cha Cha" und die fast schon schwüle Sinnlichkeit beim "Tango" wurden kongenial vom Saxophon aufgenommen.

George Gershwins "Rhapsody in blue" ist der Inbegriff der US-amerikanischen Musik. Michael Hübner an der Orgel und Trompeter Guntram Sellinger spielten dieses Werk in einer gelungenen Bearbeitung, wobei die jetzt blau angestrahlte Orgel die lebhafte Buntheit des Orchesters überzeugend ersetzte.

"My way" als Zugabe

Sellingers Trompete war mal metallisch strahlend, dann mit Dämpfern verändert. Sie malte sie die ruhelose Großstadt, den Glanz des Broadways und den beschwingten Optimismus. Das Publikum applaudierte stürmisch, bis Hübner und Sellinger als Zugabe "My way" spielten.

Trotz der vorgerückten Stunde folgten viele Konzertbesucher der Einladung in den Gemeindesaal. Hier gab es Hot Dogs und alkoholfreie Cocktails, die die Gemeindejugend mixte. Später kamen Whiskey und Popcorn hinzu. So entstand das richtige Kino-Feeling, als zum Abschluss der Roten Nacht der Film "Moonrise Paradise" gezeigt wurde.
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