Musikalische Sterne am Himmel

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
17.12.2014
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In der Weihnachtsgeschichte ist zwar vom Engelschor die Rede, gesungen wurde aber trotzdem nicht. Das holte jetzt die Städtische Sing- und Musikschule in der Christuskirche nach.

Angesichts der versammelten Musikalität, die sich zum Weihnachtskonzert der Städtischen Sing- und Musikschule (SMS) in der Christuskirche eingefunden hatte, bedauerte Hausherr Pfarrer Wolfgang Bruder den Umstand fast ein wenig. "Wie viel größer wäre der Glanz gewesen, wenn dieser Chor gesungen hätte", so der Pfarrer.

Der mit solchen Vorschusslorbeeren bedachte, von Franz-Xaver Reinprecht geleitete Multichor dankte gebührend mit einer internationalen Kostprobe, die sich vom ehrfürchtigen "Gaudete, Christus est natus" über "Ding! Dong! Merrily on High" und dem österreichischen Abstecher "Auf, auf, es ist scho Tag" zum weihnachtsfröhlichen "Here comes Santa Claus" und dem unverwüstlichen "Jingle Bells" steigerte.

Die SMS hätte aber an der Krippe zu Bethlehem noch einige musikalische Sterne mehr zum Strahlen gebracht. Victoria Dechants Akkordeonensemble zum Beispiel, das "Eingang" und "Sanctus" aus Franz Schuberts "Deutscher Messe" durch ungewöhnliche Besetzung und sensible Interpretation zum faszinierenden Klangerlebnis erhob.

Ein richtiger Fixstern

Gleiches hatte für Anna-Maria Haberberger zu gelten, deren klarer, von jeglicher Schrillheit freier und obendrein noch höchst verständlich artikulierter Sopran Max Regers "Mariä Wiegenlied" als weiteren Fixstern am musikalischen Weihnachtshimmel positionierte.

Das siebenköpfige Cello-Ensemble unter Leitung von Tatjana Hubert steuerte drei Stücke zum festlichen Nachmittag bei und unterstrich auch in der Zusammensetzung, warum dieses Instrument nicht nur junge, sondern auch etwas spätere Talente so in seinen Bann zieht.

Michael Kämmles "Junge Sulzbacher Hofmusik" weckte mit drei Ausschnitten aus Francesco Barbellas "Concerto per Flauto, 2 Violini e Basso" schon einmal eindrucksvoll die Neugier auf die großen Einsätze im kommenden Sommer bei den Knorr-von-Rosenroth-Festspielen.

Schwebende Atmosphäre

Dieser behände schwebenden Atmosphäre der Leichtigkeit huldigte auch das Traversflötentrio mit Lukas Wagner, Patrick Niesel und Evelyn Kraus-Schöttler, die mit vier Sätzen aus der Feder von Joseph Bodin de Boismortier den barocken Abstecher hörenswert verlängerten. Anschließend ließ Richard Huberts junges und bemerkenswert gut abgestimmtes Geigenensemble das Pendel mit einem "Allegro" wieder in Richtung Fröhlichkeit ausschlagen. Das am Instrument schon fortgeschrittene Jugendorchester begeisterte unter Richard Huberts Dirigat mit einer klangschönen Interpretation des Pachelbel-Kanon-Ohrwurms und dem so harmonisch fließenden "Song from a secret Garden". Der Knaller folgte auf dem Fuß, indem die Musiker den Klassiker "Jingle Bells" mit sonnigem wie schwierigem Salsa-Rhythmus in die Karibik verlegten.

Mit dem letzten Konzertstück, dem so eingängigen wie andächtigen Choral "Jesu bleibet meine Freude" aus dem Bach-Fundus schwenkten Jugendorchester und Multichor schließlich wieder zurück zur Feierlichkeit bethlehem'scher Prägung. Erfüllt vom Frieden und der Freude der Musik erschallte als gemeinsame Zugabe und schönste Form des Applauses "O du fröhliche" aus allen Kehlen.
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