Musterknabe beim Bioabfall

Symbolbild: dpa
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
27.10.2015
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Stinken tut's nicht, wenn der Landkreis auf seinen Wertstoffhöfen Bioabfälle sammelt. Höchstens den Nachbar-Landkreisen - weil die so spät damit anfingen (oder gar nicht), dass sie von der Regierung einen Rüffel bekamen. Und Amberg-Sulzbach stand als Musterknabe da.

Die Freude über diese Entwicklung stand Robert Graf ins Gesicht geschrieben, als er am Montag im Umweltausschuss davon erzählte. Und der Leiter des Amtes für Abfallwirtschaft hatte noch weitere Neuigkeiten: "Regensburg und Schwandorf werden jetzt unser System einführen."

Kompost statt Verbrennung

Auch die Bevölkerung im Landkreis äußerte sich laut Graf nur lobend über die Anfang 2015 gestartete Sammlung, bei der bereits über 1000 Tonnen an Speiseresten zusammenkamen. "Und das alles landet nicht mehr in der Müllverbrennung, sondern geht in die Kompostierung."

Der zunächst befürchteten Geruchsentwicklung schoben die Abfall-Experten mit einem Spray für die Sammelbehälter einen Riegel vor. "Das Bringsystem ist besser als das Holsystem", lautete Grafs Bilanz nach fast zehn Monaten Bioabfallsammlung. "Und es erspart den Bürgern die Einführung der Bio-Pflichttonne", ergänzte Landrat Richard Reisinger.

Neuer Müllmengenrekord

Einen neuen Höchststand vermeldete Graf für 2014 bei der Müllmenge, die pro Landkreisbürger anfiel: ziemlich genau 480 Kilogramm. Beim Restmüll (210 kg) ist das nur etwa ein Kilo mehr als 2013, bei den Wertstoffen sind 270 Kilo aber eine Steigerung um fast 5,5 Prozent. Das entspricht laut Graf durchaus der seit Jahren zu beobachtenden Tendenz: Abgesehen von kleineren konjunkturell bedingten Dellen (vor allem um 2003) geht die Wertstoffmenge steil nach oben, während der Restmüll eher stabil bleibt.

Ein Anstieg im Bereich von Werten um je 9 Prozent war 2014 bei den Grün- und Gartenabfällen, dem Altholz (aus der Sperrmüllsammlung), dem sonstigen Sperrmüll und dem Altmetall zu verzeichnen. Den größten Rückgang gab es bei Weißblech/Alu (-6,3 Prozent). Da fallen aber ohnehin nur geringe Mengen an.

Zu der von Hans-Martin Schertl (FW) angesprochenen Entwicklung der Müllgebühren meinte Graf: "Wir werden sie auch im nächsten Kalkulationszeitraum stabil halten können." Langfristig werde das aber keine leichte Aufgabe. Veronika Frenzel (SPD) regte an, dass der Landkreis bei der Bekämpfung der Plastiktüten-Flut aktiv werden sollte. Man sei schon regelmäßig an den Schulen und sensibilisiere die Kinder für Müllvermeidung, sagte Graf dazu. Und der Landkreis verteile Brotzeitboxen für das Pausenbrot, die Plastiktüten als Verpackung überflüssig machten. Das Thema soll aber auch in der Abfallwirtschaftsbroschüre für 2016 noch einmal angesprochen werden.
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