Nachbarin mit Leib und Seele

Lokales
Sulzbach-Rosenberg
24.02.2015
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Aus Südfrankreich war die Geschichtenerzählerin, die "Conteuse" Catherine Bouin, angereist, um Französischschüler des HCA-Gymnasiums mit Geschichten, Weisheiten und Rätseln aus aller Welt zu begeistern. Direktor Dieter Meyer freute sich beim deutsch-französischen Tag über den "Motivationsschub", den ihr Besuch bei den Schülern sicher auslöse.

Die beiden großen Fahnen Frankreichs und Deutschlands im zentralen Treppenhaus verwiesen auf die große Bedeutung der Unterzeichnung des Elysée-Vertrags 1963 durch den französischen Präsidenten Charles de Gaulle und den deutschen Kanzler Konrad Adenauer. Selbstverständlich war die damals beendete "Erbfeindschaft" auch Thema im Unterricht gewesen. Als kulinarische Reminiszenz an das Nachbarland bot Simone Bernreuther in der Schulkantine Flammkuchen in zwei Varianten, was sich als Renner erwies.

Bereits seit 20 Jahren ist Catherine Bouin in Frankreich und Deutschland unterwegs, um Kindern und Erwachsenen in leichter und lehrreicher Art und Weise Freude am Französischen und manche Einsicht zu vermitteln. In bestem Französisch und mit "Leib und Seele" erzählt, entstanden vor den Augen der Schüler von der 6. bis zur 11. Jahrgangsstufe die liebenswürdigen Gestalten des Gustavins oder manch anderer Helden.

Kluge Worte gefunden

Vor den Augen der Schüler spazierte da ein Junge, dem sein Vater bewies, dass man seiner eigenen Berufung folgen müsse und nicht nach dem Gerede der Leute gehen darf. Gespannt folgten alle auch der Geschichte eines Mannes, dem Gott mehrere Hilfen gesandt hatte, die dieser aber nicht begriff, was schlimm endete.

Bouins kluge Worte fanden dabei stets aufmerksame, offene Ohren. So erfuhren die Schüler, dass "bonheur und malheur", Glück und Unglück, oft schlecht zu unterscheiden seien und sich leicht das Eine ins Andere verkehren kann. Verblüffend auch manche Erzählungen aus dem Orient, wie die des klugen Richters, dem es intelligent gelang, 17 Kamele zum halben, drittel und neunten Teil an die Erben zu verteilen, indem er sein eigenes vorübergehend dazustellte. In der Oberstufe zeigte die Conteuse anhand einer großen Landkarte die Bedeutung der Frankophonie weltweit auf, und mit der "soupe aux cailloux", der Steinsuppe aus Quebec, oder der "Djebel-amour" aus Algerien die Vielfalt der Volksweisheiten. Zwei der berühmtesten Fabeln von Jean de la Fontaine, die von der "Grille und der Ameise" und die vom "Raben und dem Fuchs", trug sie ebenfalls vor. Am Ende beantwortete sie noch die Fragen der Schüler.
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