Nachfolgenutzung des Maxhütten-Areals im Frühjahr?
"Chefsache" endlich angehen

Im Ostbereich des MH-Geländes sind schon sechs Hektar saniert. Insgesamt umfasst das Areal 43 Hektar. Bild: Gebhardt
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
10.11.2014
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Zunehmender Verfall der alten Industrieanlagen, lähmende Stille in den Ministerien: Bei der Nachfolgenutzung des Maxhütten-Areals hat sich noch fast nichts bewegt. Das ändert sich vielleicht im Frühjahr. Der Landtagsabgeordnete Reinhold Strobl bringt dann Besuch nach Rosenberg.

"Er ist ein sehr aktiver Abgeordneter und setzt sich schon immer für Sulzbach-Rosenberg ein!": SPD-Ortsvereins-Vorsitzender Joachim Bender hat ein klares Bild von "seinem" Landtags-Vertreter. Reinhold Strobl vertritt seit Jahren im Maximilianeum und früher auch im Bundestag die Interessen der Herzogstadt. Bei einem Pressegespräch nannte er eine ganze Palette voll Themen, die die Region betreffen und die auf seiner persönlichen Agenda stehen.

Lokalpolitik im Auge

Nach Jahren im Bildungsausschuss ist Reinhold Strobl nun aktiv im Haushaltsausschuss des Landtages. Seine Fachgebiete sind Landwirtschaft, Forsten, Umwelt- und Verbraucherschutz, er ist Berichterstatter für seine Partei. Trotzdem kümmert er sich um die "Lokalpolitik".

"Seit Seehofer das Thema zur Chefsache gemacht hat, haben wir nichts mehr davon gehört", kritisiert Strobl den Umgang mit dem Problem Industriedenkmal Maxhütte. "Das ist doch kein Zustand!". Schließlich verfielen die Anlagen immer mehr, teilweiser Abriss sei wohl unumgänglich, auch wenn kleinere Teile als Denkmal stehen bleiben sollten. "Wir müssen über die Verantwortung reden mit Freistaat und Besitzer", forderte der SPD-Politiker. Die Stadt alleine könne einen Erhalt nicht leisten.

Ausschuss kommt

Er werde im Frühjahr den Haushaltsausschuss des Landtages nach Rosenberg einladen, kündigte Reinhold Strobl an: "Die Kollegen sollen das Gelände selbst in Augenschein nehmen, vielleicht bewegt sich dann etwas vorwärts bei der Chefsache!"

Joachim Bender wies auf die Belastung des Geländes hin. Zwölf Jahre nach Stilllegung der MH fehle der Wille zum politischen Handeln. Dabei sei alles relativ einfach: "Es existiert ein Konzept für die Plaza, das bräuchte man nur zu nehmen und umzusetzen". Nötig seien drei bis fünf Millionen Euro, etwa ein Prozent des Etats, den die bayerischen Burgen und Schlösser jeder Jahr verbrauchten. Die Alternative: stetiger Verfall. Strobls weitere Themen:

Nordbayern-Plan: Strobl pickte hier die Leopold-Kaserne in Amberg heraus. Die dortige militärhistorische Sammlung sei eine "tolle Geschichte", es wäre schade, ginge sie verloren. Sie gehöre in ein entsprechendes Museum in Amberg.

Schloss Theuern: "Der Freistaat sollte das Kulturschloss übernehmen", regte der Abgeordnete an. Das neue "Haus der Geschichte" in Regensburg bringe für unsere Region nämlich nichts.

100 000 Euro Heizkosten im Jahr in dieser Freistaat-Immobilie plus Investitionsbedarf - das schreie geradezu nach einer Beendigung des mittlerweile neunjährigen Leerstandes.

Die Trasse Nürnberg-Sulzbach-Rosenberg-Amberg-Schwandorf-Prag stehe in Konkurrenz zur Verbindung Nürnberg-Pegnitztal-Marktredwitz. Elektrifizierung und zweigleisiger Ausbau ab Amberg müssten jetzt in den Verkehrswegeplan aufgenommen werden, das Projekt Marktredwitz sei schon drin. "Wenn wir jetzt nicht kämpfen, ist der Zug wirklich abgefahren!".

Die angebliche Schaffung von Arbeitsplätzen bei einer Mautbehörde in Ostbayern mit 1000 Arbeitsplätzen würde ja schon 50 bis 75 Millionen Euro pro Jahr verschlingen. Ausländische Pkw seien die Ausnahme auf deutschen Autobahnen, (sechs bis sieben Prozent). Ein Riesenaufwand fast umsonst - "und das alles nur wegen einer einzigen Person und ihres Wahlversprechens."

Flüchtlingsthematik: Strobl begrüßte die Bereitschaft der Bevölkerung, Menschen in Not zu helfen. Auch Sulzbach-Rosenberg habe das mit bisher 50 Gästen bewiesen.

Städtebau: In Innenstädten bestehe viel Handlungsbedarf. Dr. Thomas Steiner lobte die Privatinitiave bei Sanierung kleinerer Objekte, Joachim Bender stellte fest: "Die Schandflecke gehören nicht der Stadt!"

Bäder: Das Waldbad hat ein Rieseneinzugsgebiet. Leider gibt es zur Zeit keine Zuschüsse bei der Freibad-Sanierung. "Angesichts des Problems, dass immer weniger Kinder schwimmen lernen, muss sich aber hier wieder etwas tun."

Reinhold Strobls Schlussappell: Die Region müsse ihre Attraktionen besser herausstellen. Ernst nehmen solle man aber den Bevölkerungsschwund, im Landkreis rund 5000 Einwohner in den letzten Jahren. "Aber jetzt komme ich erst mal mit dem Haushaltsausschuss in die Maxhütte, dann sehen wir weiter!"
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