Neuanfang, nicht Abrechnung

Der Kinderchor "SulzbachRosenZwerge" und der Kirchenchor sangen "Es ist ein Ros entsprungen". Bilder: cog (2)
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
08.12.2014
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Advent, das bedeutet, dass man atemlos vom Kaufhaus zum Christkindlmarkt und weiter zur Weihnachtsfeier der Firma hetzt. Es geht aber auch anders. Das zeigte das traditionelle Adventssingen in der Christuskirche.

Auf dem Adventskranz brannte nur eine Kerze, aber Pfarrer Wolfgang Bruder meinte, dass diese kleine Kerze eine große Botschaft habe: "Das kleine Licht bereitet uns vor auf das große Licht, das Gott uns mit der Geburt seines Sohnes schenkt."

"Im Advent", erklärte Evi Strehl, "warten wir auf den Erlöser, auf die Geburt Christi." Statt Shoppingtouren oder Weihnachtsmarktbesuchen seien Adventslieder ein guter Zeitvertreib. Mit traditionellen und neueren Adventsliedern sowie feierlicher Instrumentalmusik bereiteten sich die Besucher in der Christuskirche auf das kommende Christfest vor. Die Oberpfälzer Jura-Sängerinnen, Dagmar Hiltel, Erna Schiekofer und Evi Strehl, führten die vielen Zuhörer mit alten Liedern durch den Advent bis hin zur Krippe.

Strehl begleitete den Gesang auf der Zither. Die Stücke wie "Es ist die Lichterzeit nimma weit" und "Schönstes Kindlein" waren bewegender Ausdruck der alten Sehnsucht der Menschen nach Frieden.

Die Chorkinder von den "SulzbachRosenZwergen" unter Leitung von Dekanatskantor Gerd Hennecke zauberten den Zuhörern ein Lächeln ins Gesicht, als sie mit frischen Stimmen unbekümmert "Komm zu uns, Sankt Nikolaus" und "Auf, auf, ihr Hirten auf dem Feld" sangen. Der Kirchenchor intonierte anspruchsvolle mehrstimmige Chorsätze, der Posaunenchor erfreute mit festlichen Blechbläserklängen, und die Bläser begleiteten mit Alexander Pickel an der Orgel bei den gemeinsamen Liedern. Die Besucher sangen mit spürbarer Freude. Strahlend festlich war "Tochter Zion", als Orgel und Bläser die 3. Strophe zusammen spielten.

Evi Strehl stellte fest, dass der Wirt bei der Herbergssuche in allen Krippenspielen schlecht wegkommt, obwohl er in der Weihnachtsgeschichte mit keinem Wort erwähnt wird. "Tatsächlich geht es in der Weihnachtsgeschichte um einen Neuanfang, nicht um eine Abrechnung", betonte sie, aber dieser Herbergswirt komme ihr merkwürdig bekannt vor, wenn sie an die Situation der Flüchtlinge denke, die heute bei uns Obdach suchen.

Nach Segen und gemeinsam gesungenem "Stille Nacht" dankte die Gemeinde den Sängern und Instrumentalisten mit kräftigem Applaus für die Einstimmung.
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