Nistplatz-Not sogar im Wald

Nistkästen im Wald sind dringend nötig: Zu wenige Totholz-Bäume bleiben stehen, in denen entsprechende Höhlen Platz fänden. Bild: Gebhardt
Lokales
Sulzbach-Rosenberg
10.04.2015
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Die Zahl der Vogelzüchter und Vogelhalter sinkt, auch bei den großen Verbänden gehen die Mitgliederzahlen zurück. Aber in der Stadt halten die zahlreichen Aktiven des Vereins für Vogelschutz und -liebhaber nach wie vor ihre schützende Hand über die gefiederten Freunde - auch im Wald.

Viele übertriebene Gesetze und Richtlinien würden die Vogelhaltung erschweren, bilanzierte Vorsitzender Karlheinz Späth in der Jahreshauptversammlung des Vereins für Vogelschutz und -liebhaber Sulzbach-Rosenberg im Gasthof "Zum Bartl".

Positives konnte er aber über die ehrenamtliche Arbeit der Mitglieder insgesamt berichten. So würden in den Schutzgebieten rund um die Stadt über 400 Nistkästen betreut, die zu 90 Prozent auch immer belegt seien. 18 neue Nesthilfen wurden im Spitalholz von Günter Wiesent neu angebracht.

Unnötige Abholzung

Kritisch blickte Karlheinz Späth auf die, nach seiner Meinung, unnötigen Abholzungen ganzer Hecken und Sträucher im Stadtgebiet durch die Stadt. Naturnahe Gärten, Hecken und Sträucher seien nicht nur Lärm- und Sichtschutz für die Anwohner, sondern wichtig für die Vogel- und Tierwelt insgesamt.

Auch die moderne Waldwirtschaft trage dazu bei, dass die Vögel fast keine alten Bäume mit Naturhöhlen mehr fänden - deshalb seien Nisthilfen für die einheimischen Vögel von großer Bedeutung. Alleine ein Meisenpärchen verfüttere zum Beispiel bei der Aufzucht ihrer Jungen bis zu drei Kilogramm Insekten, Larven und Käfer.

Klar machte Karlheinz Späth in seinem Jahresbericht, dass eine Winterfütterung nur bei geschlossener Schneedecke erfolgen solle. So habe der Verein im letzten Winter rund 25 Säcke Sonnenblumenkerne, einen Zentner Haferflocken, einen Zentner Nüsse und 20 Kilo Rosinen an die Gebietsbetreuer ausgegeben.

Viele Arten beobachtet

An der Futterstelle im Spitalholz konnten von der Beobachtungshütte aus wieder viele verschiedene Vogelarten wie zum Beispiel Blau-, Kohl-, Hauben-, Tannen- und Weidenmeisen, Kleiber, Buntspechte, Amseln, Buch- und Bergfinken, Erlen- und Birkenzeisige und viele andere Arten beobachtet werden.

Ein Dankeschön richtete Späth an die Helfer, insbesondere an Ingrid und Erwin Bauer mit Helga, Gittel und Werner Brem, sowie an Hans Ertl, der allein im Spitalholz 150 Kilo Winterfutter und Druschabfall (Wildsämereien) ausgebracht hatte.

Auch 2. Bürgermeister Günter Koller lobte das Engagement des Vereins in Sachen Vogelschutz und Arterhalt durch Zucht. Die Wertigkeit des Vereins für Vogelschutz und -liebhaber im Vereinsleben der Stadt unterstrichen 3. Bürgermeister Hans-Jürgen Reitzenstein und mehrere Stadträte.

Großes Programm

In seinem Jahresrückblick listete Späth eine Vielzahl von Aktivitäten auf, darunter Höhepunkte wie Jungvogelschau und das Grundstücksfest mit vielen Besuchern und Gästen. Aber auch Monatsversammlungen, Preisschafkopfe, Weihnachtsfeier und Vereinsfahrt fanden großen Anklang. Die Jahresabschlussfeier mit Ehrungen und Christbaumkugelschießen beendete ein erfolgreiches Jahr der Vogelliebhaber.

Mit einem großen Dankeschön an alle Helfer, die das Vereinsgrundstück und die Hütte hegen und pflegen, sich an Arbeitseinsätzen beteiligen und bei Vereinsaktivitäten immer vor Ort seien, schloss Karlheinz Späth mit dem Hinweis, dass für 2015 zwar keine große Vogelschau geplant sei, dafür aber als wichtige Aufgabe die Werbung von neuen Mitgliedern im Vordergrund stehen müsse.

Einen gelungen Abschluss des Abends bildete der Dia-Vortrag von Gerd Horn vom Landesbund für Vogelschutz, Ortsgruppe Neukirchen, über den Vogel des Jahres, den Habicht.
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